Wasser marsch!

Enermax Liqtech 120X und NZXT Kraken X40 im Test

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Enermax Liqtech 120X und NZXT Kraken X40 im Test

Oft verpönt als zu laut und zu teuer: Doch was sind aktuelle Kompakt- bzw. All-in-One-Wasserkühler im Stande zu leisten? Dieser Frage wollen wir im Test auf den Grund gehen. Dafür haben wir uns den Enermax Liqtech 120X und den NZXT Kraken X40 in unser Testlabor schicken lassen. Vorteile dieser Kühllösungen sind zum einen die Wartungsfreiheit, da es sich um ein abgeschlossenen Kreislauf handelt und so das Verdunsten von Wasser kaum möglich ist, und zum anderen der geringe Platzbedarf im Vergleich zu großen Luftkühlern. Voraussetzung an die Kandidaten war ein kleiner Radiator, der in jedem gängigen Midi-Tower einbaubar ist.

Sowohl der Enermax Liqtech als auch der NZXT Kraken erfüllen dies mit einem 120- bzw. 140-mm-Radiator, welche sich ganz einfach an der Gehäuserückwand anschrauben lassen - natürlich ein 140-mm-Einbauplatz vorausgesetzt. Zwar kommt der Enermax mit dem kleineren und somit (vielleicht?) leistungsschwächeren 120-mm-Radiator daher, jedoch liegen dafür gleich zwei Lüfter mit bei. Zudem ist der Radiator aus dem Hause Enermax etwa 1,5 cm Dicker als das NZXT-Pendant. Somit ist mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Probanden zu rechnen. Welches Konzept am Schluss mehr Erfolg hat, seht ihr weiter unten.

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Wir wollen uns an dieser Stelle bei Caseking.de und Enermax für die Bereitstellung der Testsamples bedanken.

Lieferumfang und erster Eindruck

Die beiden etwa gleichgroßen Verpackungen sind jeweils recht dezent designt und mit allen wichtigen Informationen an den Seiten bestückt. Vorbildlich ist bei beiden, dass man beim Verpackungsmaterial möglichst auf Kunststoff verzichtet und auch Innen größtenteils auf Pappe setzt.

Verpackung Enermax Liqtech 120X Verpackung NZXT Kraken X40

Wie auf den Bildern zu sehen ist, liegt dem NZXT Kraken X40 wesentlich mehr Montagematerial bei. Enermax hat wohl eine universellere Lösung gefunden und hat dementsprechend weniger Schrauben und Backplates im Lieferumfang. Ebenfalls lobenswert sind die sehr ausführlichen und narrensicheren, mehrsprachigen Anleitungen. In der Verpackung vom Kraken X40 findet man zudem noch eine CD, auf welcher sich die Steuersoftware „NZXT Kraken Control” befindet.

Lieferumfang Enermax Liqtech Lieferumfang NZXT Kraken

Bezüglich der Kompatibilität sind beide Wasserkühler für alle gängigen Sockel von AMD und Intel geeignet - genaue Infos könnt ihr der Tabelle entnehmen. Einzig ein Platz für den Radiator sollte man noch im Gehäuse haben. Hier ist es am einfachsten Platz die Gehäuse-Rückseite dafür einzuplanen - die meisten aktuellen Gehäuse verfügen dort zumeist auch über 140-mm-Bohrungen. Im Zweifel sollte man einen Blick in die Anleitung oder auf die Herstellerseite des Gehäuses werfen.

Technische Daten

Enermax Liqtech 120X
NZXT Kraken X40
Sockel

Intel: 775/1150/1156/1366/2011
AMD: AM2(+)/AM3(+)/FM1/FM2

Intel 775/1150/1156/1366/2011
AMD: AM2(+)/AM3(+)/FM1/FM2
Maße Lüfter
120 x 120 x 25 mm 140 x 140 x 25 mm
Maße Radiator

120 x 153 x 43 mm

138,4 x 172,5 x 27 mm
Anzahl Lüfter
2 1
Lüfter Drehzahl
(U/min)
Silent Mode: 600 - 1300
Performance Mode: 600 - 2000
OC-Mode: 600 - 2500
800 - 2000 +/- 10%
Lüfter Geräuschpegel Silent Mode: 15-21 dB
Performance Mode: 15-27 dB
OC-Mode: 15-30 dB
21 - 37 dB
Pumpe Drehzahl 2500 U/min 2900 U/min +/- 150
Anschluss
Pumpe: 3-Pin
Lüfter: 4-Pin (PWM)
Pumpe: 3-Pin
Lüfter: 4-Pin (PWM)
Material Aluminium, Kupfer, Plastik, Gummi Aluminium, Kupfer, Plastik, Gummi
Schlauchlänge 310 mm 400 mm

Detailansichten

Beide Testkandidaten sind vom Grundaufbau sehr ähnlich gestaltet. Ein Radiator verbunden mit zwei Schläuchen (Zu- und Abfluss) und ein CPU-Kühler mit massiver Kupferplatte. Lediglich beim Design und der Schläuchlänge gibt es kleinere Unterschiede. Letztere beträgt beim Enermax Liqtech 120X 31 Zentimeter - beim NZXT Kraken X40 sind es neun Zentimeter mehr. Als Material setzen beide Hersteller auf sehr robusten Gummi, der aber trotzdem noch flexibel ist und so einem einfachen Einbau nicht im Wege steht, aber gleichzeitig die Kühlflüssigkeit sicher im Innern hält.

Radiator und Kühler von Enermax Radiator und Kühler von NZXT

Die Radiatoren sind ordentlich verarbeitet und mit vielen kleinen lackierten Aluminiumlamellen versehen, die für eine Kühlung der Flüssigkeit sorgen sollen. Während NZXT auf einen 140-mm-Radiator setzt, welcher jedoch nur 27 mm dick ist, kommt Enermax mit einem 120-mm-Radiator mit 43 mm Dicke daher - von der Masse her ein gefühltes Unentschieden. Die roten Streifen am Enermax-Radiator haben nicht nur einen optischen Grund, sondern, da sie aus Gummi bestehen, sorgen sie für eine Vibrationsdämpfung der dort befestigten Lüfter.

120-mm-Radiator von Enermax 140-mm-Radiator von NZXT

Edles Kupfer wohin man schaut: Sowohl Enermax als auch NZXT setzen auf das Metall aufgrund der sehr guten Wärmeleiteigenschaften. Anders als beim Liqtech, ist beim Kraken die Wärmeleitpaste bereits direkt auf der CPU-Auflagefläche verteilt worden.

CPU-Auflagefläche Enermax CPU-Auflagefläche NZXT

Die Unterschiede der beiden Lüfter liegen nicht nur bei der Farbwahl, sondern auch bei der Größe. Enermax spendiert dem Liqtech 120X gleich zwei 120-mm-Lüfter aus der leistungsstarken Twister-Reihe. Von der Verarbeitung her liegt der Enermax-Lüfter wegen des stabileren und höherwertigen Materials vor der NZXT-Konkurrenz.

120-mm-Lüfter Enermax 140-mm-Lüfter NZXT

Bis auf den nicht ganz so hochwertigen Eindruck des NZXT-Lüfters punkten beide Probanden mit einer hervorragenden Verarbeitung. Sowohl Materialauswahl, Spaltmaße oder Kanten geben keinen Anlass zur Kritik. Selbst sämtliche Verbindungskabel sind vorbildlich ummantelt.

Montagebesonderheiten

Wer hofft, dass der Einbau von Kompakt-Wasserkühlern einfacher als bei Luftkühlern wird, der täuscht sich. Zwar ist das Prozedere auch nicht wirklich kompliziert, trotzdem sind es mindestens soviele Schritte wie mit den herkömmlichen großen Luftkühlern. Dabei ist bei beiden Testkandidaten das Montieren einer Backplate nötig. Diese besteht bei Enermax aus Metall, bei NZXT aus Hartplastik. Je nach Sockel muss man dann die jeweiligen ausführlich erklärten Schritte in der Anleitung befolgen.

Insgesamt kann man sagen, dass der Einbau des Enermax Liqtech 120X einfacher vonstatten ging, da man bei Montage wesentlich weniger Teile benötigt. Beim NZXT Kraken X40 muss man viele kleine Clips zusammenstecken und über mehr Fingerspitzengefühl verfügen - zusammenfassend ein sehr umständliches System, was man vereinfachen sollte. Hat man es letzten Endes geschafft, kann sich das Resultat jedoch sehen lassen: Beide Montagesysteme drücken den CPU-Kühler bombenfest an den Sockel.

Abschließend gilt es noch den Radiator am Gehäuse zu befestigen. Hier machte der Kraken X40 die bessere Figur. Mittels mitgelieferter Schrauben kann man wahlweise den Lüfter vorraus und dann den Radiator oder andersherum am Gehäuse befestigen - auch das Erweitern um einen weiteren 140-mm-Lüfter ist dank zusätzlicher Schrauben kein Problem. Die beim Liqtech 120X beiliegenden Schrauben sind leider etwas zu kurz geraten. Erst nach mehreren Versuchen - und nicht gerade wenig Kraftaufwand - konnten zwei der vier Schrauben angezogen werden und somit der Radiator mehr schlecht als recht am Gehäuse fixert werden. Enermax sollte hier dringendst nachbessern und den Schrauben ein paar Millimeter mehr Länge spendieren, da sonst nur die äußersten Enden der Schrauben den schweren Radiator samt Lüfter am Gehäuse halten.

Einstellungsmöglichkeiten

Gerade was die Lautstärke betrifft, wird vielen der Performance- bzw. OC-Mode beim Enermax Liqtech 120X oder der Extreme-Modus beim NZXT Kraken X40 zu geräuschintensiv sein. Doch was bieten die beiden Probanden für Möglichkeiten bezüglich der Lüftereinstellung? Während Enermax ganz pragmatisch an die Sache herangeht und die beiden Lüfter mit einem manuellen Regler ausstattet, geht NZXT einen anderen Weg und erlaubt dem Käufer etwaige Einstellungen ganz komfortabel per Software zu machen.

Lüfterregelung direkt am Enermax-Lüfter

Leider hat Enermax bei der recht simplen Lösung per Schalter überhaupt nicht an den Komfort gedacht. Nach erfolgtem Einbau befindet sich ein Schalter direkt hinter dem Meshgitter an der Gehäuserückseite und der andere direkt vor dem Radiator. Wer den Kompakt-Wasserkühler nicht wieder von der Gehäusewand abschrauben möchte, muss sich mit viel Geschick, filigranen Fingern und vielleicht einem dünnen Hilfsmittel, in unserem Fall ein sehr kleiner Schraubenzieher, an das Umschalten des kleinen Pins machen. Hier wäre ein Drehpotentiometer oder ähnliches sicherlich die bessere Wahl gewesen.

Wesentlich einfacher geht dies beim NZXT Kraken X40 und mit maximalem Komfort. Dank des internen USB-Connectors kann man den Lüfter samt Pumpe mittels mitgelieferter Software komfortabel und übersichtlich steuern. Die im Test sehr überzeugende „NZXT Kraken Control” zeigt im ersten Tab („Dashboard”) eine Übersicht der aktuellen CPU- und Kühlwasser-Temperatur und die aktuellen Drehzahlen vom Lüfter und der Pumpe. Im nächsten Fenster lassen sich Temperaturen und Drehzahlen graphisch darstellen und aufzeichnen. Bei den „Fan Setting” legt man die drei vorhandenen Lüfter-Profile für Silent, Extreme und Custom fest. Eher für Modder, aber auch für Farbenfreunde sind die „Light Settings” ein wahres Paradies. Hier kann man die Farbe des beleuchteten CPU-Kühlers nach Belieben verändern, aber auch die Art der Beleuchtung und ob sich die Farbe bei Änderung der Temperatur ebenfalls ändern soll. Im letzten Fenster, den „General Setting”, kann man noch Benachrichtigungen und Grundsätzliches wie bespielsweise Temperatureinheit und Sprache einstellen, wobei derzeit nur Englisch zur Auswahl steht. Insgesamt ein El Dorado für experimentierfreudige User.

Die NZXT Kraken Control-Software

Testverfahren und Messwerte

Wir verwenden bei jedem Kühler die selbe hochwertige Prolimatech PK-1 Wärmeleitpaste - beim NZXT Kraken X40 haben wir jedoch die bereits auf der CPU-Kontaktfläche befindliche Leitpaste benutzt. Die Temperaturen werden mittels der aktuellsten Version von CoreTemp ausgelesen. Unter „Idle“ ist der lastlose Betrieb unter Windows gemeint, unter Last die volle Belastung der CPU mit Hilfe des Programms „prime95“. Jeder Kühler muss einige Testdurchläufe à 30min durchlaufen. Dabei wurde jeweils eine andere Lüftergeschwindigkeit, welche in der Tabelle mit angegeben wird, gewählt.

Unser Testsystem

Der eingebaute Enermax Liqtech 120X mit zwei 120-mm-Lüftern nimmt schon ordentlich Platz im Fractal Define R4 ein. Die Lüfter sind jeweils so montiert, dass die Luft aus dem Gehäuse nach Draußen transportiert wird. Auch wenn es durch das Blitzlicht nicht zu erkennen ist, erstrahlt das Enermax-Logo auf dem CPU-Kühler in einem kräftigen Blau.

Zwei Lüfter am eingebauten Enermax-Radiator Der Enermax-CPU-Kühler leuchtet Blau

Etwas platzsparender zeigt sich der NZXT Kraken X40, was nicht zuletzt daran liegt, dass nur ein Lüfter mitgeliefert wird. Aber auch der Radiator ist etwas dünner als das Enermax-Pendant. Ob sich das auf die Kühlleistung auswirkt? Der CPU-Kühler strahlt jedenfalls prächtig in der von uns eingestellten blauen Farbe - möglich sind aber alle erdenklichen Farbtöne, die man per Software einstellen kann.

Der eingebaute NZXT Kraken Leuchtet in vielen wählbaren Farben

Doch kommen wir nun endlich zu den wichtigsten Werten eines CPU-Kühlertests: Den Messwerten!

Beide Testkandidaten können problemlos mit den besten Luftkühlern mithalten bzw. diese überflügeln. Der 140-mm-Radiator des NZXT Kraken X40 kann trotz nur eines 140-mm-Lüfters die CPU effektiver kühlen, da hat der doppelbestückte Enermax Liqtech 120X knapp das Nachsehen. Auffällig sind auch die relativ geringen Unterschiede der verschiedenen Modi. Anders sieht es bei der Lautstärkemessung aus.

Hier gibt es von beiden Kompakt-Wasskühlungen kräftig was auf die Ohren. Mit 45 bzw. 47 Dezibel im Extreme- bzw. OC-Mode sind sie nicht nur hörbar, sondern schon störend. Wer es etwas ruhiger angehen will, sollte also vorzugsweise die Silent-Einstellung wählen. In diesem Fall waren sowohl die Pumpen als auch die Lüfter der beiden Probanden nicht aus unserem Testsystem herauszuhören - und das bei weiterhin sehr guten Kühlleistungen.

Fazit

Unser Test zeigte, dass Kompakt-Wasserkühler besser als ihr Ruf sind. Sie kühlen nicht nur sehr gut, sondern können dabei auch sehr leise sein. Erst wenn man ein wenig aufdreht und in Performance- oder Extrememodus wechselt, kann es laut werden. Beim Liqtech 120X konnte speziell das Befestigungskonzept am Sockel überzeugen, weniger jedoch die Schrauben zur Montage des Radiators an die Gehäuserückwand. Beim NZXT Kraken X40 ist das Befestigungsmaterial für die verschiedenen Sockel etwas umständlich und macht die Montageanleitung zur Abendlektüre. Aber die Kühlleistung beider Kandidaten kann sich sehen lassen. So liegen die Temperaturen unter denen von Highend-Luftkühlern, für die man auch schon etwas tiefer in die Tasche greifen muss.

Und damit sind wir auch beim einzigen Wermutstropfen, dem Kaufpreis, angekommen. Wer sich einen der beiden All-in-One-Wasserkühler zulegen möchte, muss aktuell für den Enermax Liqtech 120X mindestens 76 Euro und für den NZXT Kraken X40 mindestens 100 Euro berappen. Dafür bekommt man jedoch sehr gut verarbeitete Wasserkühler und beim teureren NZXT Kraken eine luxuriöse Softwaresteuerung dazu.

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Luft oder Wasser? Womit kühlt ihr?

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