Endlich Futter für UHD-Fernseher: Die Ultra-HD-Blu-ray startet in Europa

Die ersten 4K-Blu-ray Player im Vergleich: Panasonic DMP-UB900 versus Samsung UBD-K8500

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Kurz und knapp

  • neues Format verspricht lebendige Bilder durch erweiterten Farbraum und hohen Dynamikumfang
  • bisher nur zwei UHD-Blu-ray-Player auf dem Markt
  • Das Panasonic Modell trumpft mit mehr Features. Allerdings hat Panasonic Lieferschwierigkeiten.

Quelle: Panasonic Presse Panasonic Ultra HD Blu-ray Player DMP-UB900 für 4K-Filme

Bisher sah es mit Futter für die Ultra-High-Definition bzw. 4K-Fernseher schlecht aus. So auch unser Fazit zu 4K Fernsehern vor einem halben Jahr.
Zwar bieten Streaming-Portale ausgewählte Titel auch in UHD-Auflösung. Dafür ist aber eine Internetleitung mit 25 MBit/s vonnöten - und die Filme sind dennoch stark komprimiert. Die Ultra-HD-Blu-ray ist nicht auf hohe Transferraten aus dem Internet angewiesen und kann Daten mit bis zu 50 MBit/s übertragen. Dies ermöglicht eine geringere Komprimierung und verspricht so ein neues Filmerlebnis. Wir haben uns die wichtigsten Fakten für euch angesehen.

Was bedeutet Ultra-HD-Blu-ray im Detail?

Ultra-HD-Blu-Ray ist ein Blu-ray Standard, der eine Videoauflösung von 4K (3.840 x 2.160 Pixel) sowie HDR (High Dynamic Range) unterstützt. Die UHD-Videos werden mit dem HEVC-Verfahren komprimiert. Dieses kann bis zu 50 Prozent effizienter komprimieren als das von Full-HD bekannte MPEG/AVC Verfahren (H.264). Mit dem neuen HDMI 2.0 Standard kann UHD-Material statt 30 Bildern pro Sekunde (Full HD) bis zu 60 Bilder pro Sekunde darstellen.
Mit UHD kommt auch eine neue Farbskala: BT.2020. Diese ist Nachfolger des bei Full-HD genutzten Farbraumes Rec.709 und verspricht eine verbesserte Farbdarstellung. Die UHD-Blu-Ray ist allerdings kein völlig neues Medium, sondern ein Rückgriff auf die “BDXL”-Spezifikation, die bisher nur für beschreibbare Discs zum Einsatz kam.
Darüber hinaus entfällt der ungeliebte Regionalcode und das Format enthält einen nachgebesserten Kopierschutz. Der dabei verwendete neue Standard (AACS 2.0) setzt allerdings nicht - wie befürchtet - eine Internetverbindung voraus.

Was kosten die UHD-Blu-Rays und was gilt es zu beachten?

Das neue Format fragt - im Gegensatz zu DVD oder Blu-ray Discs keine Regionalcodes ab. Auch importierte Titel lassen sich hierzulande abspielen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass das Bonusmaterial der zweiten Disc bisher nur auf Blu-ray gepresst wird und wieder mit einem Regionalcode versehen ist - sich also hier nicht abspielen lässt. Die UHD-Blu-rays kosten zwischen 15 und 35 Euro. Bis Mitte Mai sollen etwa 24 Titel auf UHD-Blu-rays vorliegen.

Filme gar kein echtes 4K - Wo liegt dann der Vorteil?

Nur wenige Filme werden bisher auch in 4K abgedreht. Das Magazin Chip hat dazu eine Übersicht zusammengestellt, in dieser sind bisher nur zwei „echte 4K Titel” enthalten: Der Marsianer und Exodus. Allerdings werden momentan auch diese in der Postproduktion noch auf 2K heruntergerechnet, obwohl sie zum Teil in 6K gedreht wurden - um Rechenressourcen zu sparen. Die Filme kommen also hochskaliert auf eine Disk.
Kommt Bewegung in den UHD-Bluray Markt, wird sich das höchstwahrscheinlich ändern. Gegenwärtig sind die Postproduktionsstudios eben noch auf dem technischen Stand der Blu-ray. Der Vorteil der UHD Blu-ray liegt jedoch nicht allein in der Auflösung begründet. Durch das neue Format wird zudem der Dynamikumfang mittels HDR (High Dynamic Range) verbessert, was die Aufnahmen insgesamt lebendiger macht. Dieser Effekt wird durch den erweiterten Farbrahmen (BT.2020) zusätzlich verstärkt.
Im folgenden stellen wir euch die beiden aktuell verfügbaren UHD-Blu-ray Player Modelle vor. Allerdings ist das Modell von Panasonic momentan nicht mehr lieferbar. Der Hersteller hat die Stückzahlen offensichtlich vorsichtig kalkuliert und hat nun Lieferschwierigkeiten (Quelle: 4kfilme.de).
Der geneigte Käufer muss aktuell auf den Samsung zurückgreifen. Dieser stellt im Gegensatz zum Panasonic das günstigere Einstiegsmodell in die 4K-Welt dar.

Samsung UBD-K8500

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Der Samsung UHD-Blu-ray Player bietet einen - im Vergleich zum Panasonic - preiswerten Einstieg und ist aktuell auch lieferbar. Gespart wurde vor allem an einem Display - man bekommt nur zwei Status LEDs und hat weniger Einstellungsmöglichkeiten, was die Nachjustierung erschwert.
Allerdings arbeitet der Player etwas flotter als der Panasonic um den Preis, dass Laufwerk und Lüfter etwas lauter arbeiten, was man bei leiseren Szenen leider auch hört (c't 2016; Heft 9). Als Videoplayer für Videodateien von NAS oder Wechselmedien hat der Player so seine Schwierigkeiten. Viele Formate werden aktuell nicht unterstützt. Ein nettes Feature ist die Möglichkeit, Audio CDs auf USB Medien zu rippen.
Wenn die Wiedergabe allerdings nicht den Erwartungen entspricht, bleiben am Samsung wenig Korrekturmöglichkeiten (man kann z.B. HDR nicht abschalten). Zudem bekommt man mangels eines Displays keine Informationen über die Bildausgabe. Hier kann nur noch der Fernseher Informationen liefern.
Aufgrund mangelnder Anpassungs- und Einstellungsoptionen empfehlen wir euch, diesen Player mit UHD-Fernsehern des gleichen Herstellers zu verwenden.

Panasonic DMP-UB900

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Der Panasonic hat - im Gegensatz zum Samsung - einen Surround-Decoder integriert. Zudem verfügt der Player über ein Display und mehr Einstellungsmöglichkeiten, welche die Anpassung an verschiedene Displays erleichtern. Auch HDR lässt sich bei 4K-Wiedergabe deaktivieren, was bei älteren UHD-Fernsehern die Wiedergabe verbessern kann. Zudem bietet der Player die Möglichkeit, Untertitel zu verschieben (beispielsweise in die schwarzen Balken).
Die Wiedergabe von Medien, auf NAS oder USB-Speicher, zeigte im Test der c’t (2016; Heft 9) allerdings auch Probleme mit vielen Formaten. Darüber hinaus ist der Player insgesamt etwas langsamer in der Bedienung als der Samsung. Weiterhin hat er dem Samsung Modell eine THX Zertifizierung, sowie eibnen SD-Kartenslot voraus. Der Preis von rund 800 Euro ist allerdings relativ hoch. Momentan hat Panasonic leider Lieferschwierigkeiten.

Hier gibt es die Daten der beiden Player nochmal im Direktvergleich.

UHD-Fernseher

Für die Wiedergabe des 4K-Mediums benötigt man einen UHD-Fernseher mit einem HDMI-2.0-Eingang. An HD- oder UHD-Fernsehern ohne HDMI 2.0 wird runterskaliert.
In der Regel müssen im UHD-Fernseher HDR und der erweiterte Farbraum aktiviert werden. Bei einigen Geräten ist dafür ein Neustart erforderlich. Wir empfehlen, die Firmware von Player und TV auf dem neusten Stand zu halten.

Der HardwareSchotte meint:

Beide Geräte sind ausgereifter als die Player zum Start der Blu-ray, wie Testberichte bestätigen. Der momentan verfügbare Blu-ray-Player von Samsung funktioniert - aufgrund fehlender Anpassungsoptionen - am besten auf UHD-Fernsehern der gleichen Marke. Zum Anderen wird eines klar. Die Nachfrage nach 4K-Blu-ray Playern ist schon mal wesentlich größer als die vorsichtige Kalkulation von Panasonic. Für Bewegung in diesem Markt könnte Sony sorgen, denn Gerüchten zufolge ist eine Playstation 4k zu erwarten.

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