Kleine Karte, große Leistung

Die Gigabyte GTX 970 OC Mini ITX (GV-N970IXOC-4GD) im Kurztest

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Gerade noch haben wir über die ersten Nvidia GTX 970 Partnerkarten im Mini-ITX-Format berichtet, schon haben wir eine im Testlabor. Die Gigabyte GTX 970 OC Mini ITX ist damit die aktuell einzige und schnellste erhältliche Karte, die in kleine Mini-ITX-Gehäuse passt. Wir haben die Grafikkarte durch die gängigen synthetischen Benchmarks gescheucht um einen Eindruck der Grafik-Leistung zu bekommen und haben ihr hinsichtlich Lautstärke und Kühlung auf den Zahn gefühlt. Doch fangen wir zuerst mit den Äußerlichkeiten an.

Lieferumfang

Auch wenn es auf den Bildern nicht ganz ersichtlich ist: Die Verpackung ist sehr viel kleiner als die von Herstellern anderer GTX-970er-Karten. Im Vergleich zu unserer bisherigen eingebauten Grafikkarte, der Asus HD7970 DirectCU II TOP, ist der Karton nicht einmal halb so groß. Gleiches gilt für die Karte selber, die mit 129 x 183 x 43 Millimetern (B x L x H) im direkten Vergleich ein wahrer Winzling ist.

Die Gigabyte GTX 970 OC Mini ITX (GV-N970IXOC-4GD) im Kurztest

Gigabyte kürzt nicht nur die Platine des GTX-970-Referenzdesigns, sondern scheinbar auch den Lieferumfang. Neben einer Kurzeinleitung finden wir lediglich eine Treiber-CD und einen Stromadapter von 2 x 4-Pin-Mol zu 8-Pin-PCIe. Weitere Adapter für DVI-, DisplayPort- oder HDMI-Verbindungen sucht man vergeblich.

Technische Daten

Modellbezeichnung Gigabyte GTX 970 OC Mini ITX
Grafikchip Geforce GTX 970
Takt 1076 MHz (Basis) / 1216 MHz (Boost)
Speichergröße 4 GB GDDR5
ShaderEinheiten 1664
Speicherinterface 256 Bit
Stromverbrauch 145 Watt
Stromanschluss 1 x 8-Pin PCIexpress
maximale Auflösung 4096 x 2160

Gigabyte spendiert der kleinen GTX-970-Ausführung mit 1076 MHz im Basis- und 1216 MHz im Boost-Takt trotz der geringen Platzverhältnisse für den Kühler eine werksseitige Übertaktung. Der Takt des Referenzdesigns liegt bei 1050 bzw. 1178 MHz.

Eindruck

Ausgepackt zeigt sich die Grafikkarte sehr zurückhaltend beim Design. Drei Heatpipes sollen die Abwärme des Grafikchips zu den Aluminiumlamellen transportieren, welche durch einen Windforce-Lüfter gekühlt werden. Da an der vorderen Slotblende keine Lüftungschlitze vorhanden sind, entweicht die warme Luft direkt in das Gehäuse, was vor allem in kleineren Mini-ITX-Gehäusen ein Nachteil ist. Dafür wird auf der positiven Seite der Käufer mit einer riesigen Anschlussvielfalt belohnt. So verfügt die Gigabyte-Karte über zwei DVI-(einmal DVI-I, einmal DVI-D), drei DisplayPort-Anschlüsse und einen HDMI-Port. Bis zu vier Monitore sollen so dank Gigabytes Flex Display Technology gleichzeitig nutzbar sein.

Hier noch einmal der Kühler im Detail. Deutlich sind die drei dicken Heatpipes zu sehen, die die Wärme vom Grafikchip schnell und effizient zu den Lamellen abtransportieren sollen. Zwei Einbauslots werden belegt. Außerdem ist der 8-Pin-PCIexpress-Stromanschluss und der SLI-Verbindungsstecker zu sehen. Gigabyte empfiehlt für den Betrieb der Karte mindestens ein 400-Watt-Netzteil. Auch wenn es sich um eine Grafikkarte im Mini-ITX-Format handelt, kann man sie problemlos in ATX-Systemen verwenden.

Benchmarks

In fünf synthetischen Benchmarks muss sich die Gigabyte GTX 970 OC Mini ITX beweisen. Dazu zählen die bekanntesten Vertreter wie der ältere 3D Mark Vantage, 3D Mark 11 und der neueste Benchmark der Reihe 3D Mark Fire Strike. Diese Benchmarks testen nicht nur die Grafikkarte, sondern das gesamte System. Sowohl die CPU als auch GPU müssen Höchstleistungen erbringen, um eine gute Punktzahl zu erreichen. Hinzu kommen die beiden Unigine Benchmarks, die die Leistung der Grafikkarten durch eine Vielzahl von DirectX11- und Tessalation-Effekten testet.

Als Treiber haben wir den aktuellsten Nvidia GeForce-Treiber 344.75 WHQL genutzt.

Unser Testsystem

Futuremark entwickelt bereits seit Jahren 3D-Benchmarks, die aktuelle Grafikkarten bis aufs Letzte fordern. Der 3D Mark 11 setzt dabei besonders auf DirectX-11-Benchmarks, wobei dann auch Tessellation, Depth of Field, Volumetric Lighting und Direct Compute zum Einsatz kommen.

Die Vorgängerversion des 3D Mark 11 setzte als erster Benchmark auf DirectX-10-Effekte. Auch hier kommen aktuelle High-End-Systeme noch ins Schwitzen.

Dieser Benchmark testet unter anderem die Tesselation-Leistung von Grafikkarten. Physikalisch korrekte Berechnungen und dynamische Lichteffekte sorgen für einen aussagekräftigen Test.

Unigine Valley ist neu in unserem Benchmarkmarathon. Der Nachfolger des Unigine Heaven verlangt aktuellen Systemen alles ab. Weite Landschaften, detaillierte Vegetationen und realistische Wetterbedingungen fordern die GPU aufs Äußerste.

Die GTX 970 schlägt wie erwartet die Konkurrenz um Längen. Dies ist natürlich keine Überraschung, da unsere anderen Probanden mittlerweile in die Jahre gekommen sind. Zusätzlich zu den obigen Benchmarks haben wir die Gigabyte GTX 970 OC Mini ITX auch im neuesten 3D Mark Fire Strike getestet und sind dort auf 9050 Punkte gekommen. Da wir keinen direkten Vergleich haben, gibt es dazu kein Diagramm. Allerdings kann man, wenn man bei anderen Reviews vergleicht, diesem Wert entnehmen, dass unsere CPU aus dem Testsystem ebenfalls nicht mehr die neueste ist und so langsam aber sicher zum Flaschenhals in dem System wird.

Im Betrieb

Vor allem das Thema Spulenfiepen wird die meisten sicherlich interessieren. Dazu können wir sagen: Ja es ist vorhanden, aber nicht immer und wenn dann auch nicht störend. In unserem Gehäuse, dem gedämmten Fractal Design Define R4, ist das Spulenfiepen bei geschlossenem Seitenteil kaum bis gar nicht auszumachen. Im Windows-Betrieb tritt Spulenfiepen überhaupt nicht auf. Bei offenem Seitenteil, besonders bei den synthetischen Benchmarks konnte man das Spulenfiepen registrieren - in Far Cry 4, Counterstrike: Global Offensive und Skyrim war es sehr gering vorhanden, so dass man schon sehr genau hinhören musste. Also Klappe zu - Affe tot und wir konnten uns vom Thema Spulenfiepen verabschieden.

Zum Kühlkonzept: Trotz der geringen Abmessungen hat Gigabyte es geschafft bei der GTX 970 OC Mini ITX im Windows-Betrieb den Grafikchip bei sehr guten 34°C zu halten. Voll ausgelastet mit FurMark stieg die Temperatur nicht über 67°C, was ebenfalls ein äußerst respektabler Wert ist. Der Lüfter verhielt sich dabei in den "Auto"-Einstellungen bis 50°C dezent zurück und war aus dem (geöffneten) System nicht herauszuhören. Erst ab 50°C bzw. 1500 Umdrehungen pro Minute kann man dann ein leichtes Brummen bzw. Rauschen vernehmen, was bei zunehmender Umdrehunszahl immer lauter und hochfrequenter wird. Bei der von uns maximal erzielten Temperatur von 67°C lief der Lüfter mit knapp 2000 U/min, war hörbar, aber nicht störend. Gigabyte hat auf der beiliegenden Treiber-CD noch das Tool OC Guru II beigefügt. Damit lässt sich auch manuell die Lüftersteuerung einstellen. Allerdings sind Werte unter 35% Lüftergeschwindigkeit nicht zulässig. Trotzdem kann man das Lüfterverhalten damit nochmals optimieren und somit die Lautstärke reduzieren. Mit OC Guru kann man zudem die Karte weiter übertakten oder sämtliche Werte der Grafikkarte auslesen.

Auf den Punkt gebracht ist die Gigabyte GTX 970 OC Mini ITX für absolute Silent-Freaks wahrscheinlich nicht geeignet. Ist das Gehäuse allerdings gedämmt, vermag man nur bei genauem Hinhören das Rauschen bzw. Brummen des Lüfter im Spiel-Betrieb zu vernehmen. Im Windows-Modus bei unter 1200 U/min gibt es keinen Anlass zur Kritik. Wirklich laut ist die Karte nur beim Einschalten des PCs, wo der Lüfter einmal kurz auf 100 % aufdreht und dann schnell wieder zum Leisetreter wird.

Fazit

GIGABYTE GeForce GTX 970 OC ITX 4GB (GV-N970IXOC-4GD)

Für derzeit 305 Euro bekommt man mit der Gigabyte GTX 970 OC Mini ITX eine kurze, für Mini-ITX-Systeme geeignete Grafikkarte, die ihren großen und langen Verwandten in Nichts nachsteht. Die Grafik-Leistung ist dank der werksseitigen Übertaktung sogar höher als die von Karten mit Referenztakt. Auch der Kühler kann durchaus überzeugen. Zwar ist er bei hoher Umdrehungszahl hörbar, aber nicht störend. Im Windows-Betrieb ist er nicht aus unserem System heraus zu hören. Als komplett flüsterleise können wir die Karte aber nicht bezeichnen.

Wer auf der Suche nach einer kleinen, günstigen und guten Highend-Grafikkarte ist, der macht mit dem Gigabyte-Modell im Mini-ITX-Format sicherlich nichts falsch - sie nimmt mit nur 17 Zentimetern Länge und zwei Einbauslots sehr wenig Platz ein. Preisbewusste Käufer, die ihr Hauptaugenmerk nicht auf absolute Ruhe legen, können mit der Karte voll und ganz glücklich werden.

Findet ihr solche Mini-ITX-Versionen im Highend-Bereich interessant?

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4 Kommentare

  1. Rob Rob am 2.1.2015
    Interessant auf jeden Fall! Dabei ist das Konzept nicht wirklich gut durchdacht; Abluft in das Gehäuse? Das macht nicht viel Sinn - evtl. gut für die Lautstärke aber def. nicht für die Gesamtsystemperformance.
    Gut finde ich die Leistung und die Größe; je nach Verwendungszweck+Leidensbereitschaft muss jeder für sich selber entscheiden, wie weit er da mitgeht.
    Da gibt es auf jeden Fall noch deutlich Luft nach oben ( oder aus dem Gehäuse ) und in die Stille. Aber mit Sicherheit die richtige Richtung.
  2. Eiliger Bimbam am 8.1.2015
    Was wären denn Alternativen zu dieser Karte, wenn man ein Gaming-fähiges, aber leises mini-itx-system bauen will? Und was wäre die nächst "schwächere" Klasse, falls man die voll krassen Auflösungen und neuesten Spiele nicht braucht?
  3. brickT0P Artikel-Autor am 9.1.2015
    Also wenn es absolut leise sein soll, dann käme vielleicht die KalmX in Frage: www.hardwareschotte.de/preisvergleich/Palit-GeForce-Gtx-750Ti-Kalmx-NE5X75T00941H-p21885851
    Diese passt aber aufgrund des großen Kühlers nicht in jedes Gehäuse. Ansonsten gibt es aktuell noch vier langsamere Alternativen. Zweimal mit GTX 760, einmal R9 270X und einmal R9 285:
    www.hardwareschotte.de/preisvergleich/Msi-N760-Gaming-2G-Itx-p21830789
    www.hardwareschotte.de/preisvergleich/Asus-GTX760-DCMOC-2GD5-90YV04L1-M0NA00-p21797369
    www.hardwareschotte.de/preisvergleich/Msi-Radeon-R9-270X-Gaming-p21869091
    www.hardwareschotte.de/preisvergleich/Sapphire-Radeon-R9-285-2GB-p21902181

    Hierbei ist die R9 285 die schnellste der Alternativen. Die R9 270X ist mit den GTX 760ern in etwa gleichauf. Die GTX750 Ti ist nochmals langsamer.
  4. HarderPro am 28.6.2015
    Ich empfehle die GTX-960 kostet durchschnittlich 70 Euro mehr, verbraucht aber 40% (spart ca. 32 Euro im Jahr bei den Stromkosten) weniger Strom, ist leistungsstärker und zukunftsicherer. Die Produktion für die GTX7xx ist im Januar 15 ausgelaufen, wird also nicht mehr hergestellt.

    Eiliger Bimbam
    <Gaming-Fähig> Was für Spiele, wenn du an BF4, Crysis, Skyrim u.ä. Spiele denkst, reicht eine GTX750/760 nicht aus. es sei denn du stehst auf 1920x1080 bei 8 Fps. Für Wimmelbild-Spiele reicht es aus


    Xigmatek Elysium
    EVGA-SR2
    2x i7-975EE
    4x 8GB CORSAIR Dominator Platinum CL7
    2x EVGA GTX 780 Dual Classified Hydro Copper
    1x 128GB CORSAIR Force Series SDD (nur für Win7 Ulti)
    4x WD VelociRaptor 500GB

    In 1-2 Jahren wird umgerüstet, es sei den es kommt vorher ein EVGA SR-4 für 2011-v3
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