Wie schlägt sich das Gigaset ME im Praxis-Check?

Gigaset ME im Hardwareschotte-Smartphone-Test

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Kurz und knapp

  • hochperformantes Smartphone mit wertigem Design
  • gute Kamera mit Stabilisator und Laser-Fokus, Schwächen beim Weißabgleich
  • hohe Akkulaufzeiten / Akku ist leider fest verbaut
  • durchgehendes Gorilla Glas ohne Aussparungen auf Vorderseite
  • Handling gewöhnungsbedürftig

Gigaset ME - Debüt auf dem Smartphonemarkt

Quelle: Hardwareschotte.de Gigaset ME im Hardwareschotte-Smartphone-Test Mit der Gigaset-ME-Reihe betrat der deutsche Hersteller Gigaset letzten Herbst den Smartphone Markt. Die Serie besteht aus den Highend-Modellen Gigaset ME und ME Pro sowie einem Mittelklasse Modell, dem Gigaset ME Pure. Die Geräte wurden in Deutschland konzipiert und entwickelt, produziert werden sie in China. Der Hardwareschotte hat das Gigaset ME einem Langzeittest unterzogen. Zwei Redakteure konnten das Smartphone auf seine Alltagstauglichkeit testen.

Lieferumfang

Das Gigaset ME wird in einem hochwertigen Karton geliefert, dessen Verschluss magnetisch schließt. In der Verpackung befinden sich Netzteil, Beschreibung und ein passendes Ladekabel, welches das Gigaset ME mit einem modernen USB-Type-C-Stecker lädt. Es ist also egal, wie herum das Ladekabel ans Smartphone gesteckt wird. Des weiteren liegt ein Headset mit verschiedenen Ear-Tip Pärchen bei, so dass du es individuell an dein Ohr anpassen kannst. Dazu liegt noch ein kleiner Öffner für den Kartenslot bei, den du auch an deinen Schlüsselbund anbringen kannst.

Gigaset ME - Der erste Eindruck

Die Verarbeitung des Gigaset ME ist auf höchstem Niveau und lässt keinerlei Wünsche offen. Der Edelstahl-Rahmen und die Gorilla-Glass-Seiten wirken hochwertig und sehr robust. Auf der Front thront ein 5-Zoll IPS-Display, welches mit 1920 x 1080 Pixeln auflöst. Da es kaum scharfe Kanten und viele polierte Flächen gibt, fasst es sich aber auch rutschig an. Schön anzusehen sind die in den Rahmen eingelassenen Funk-Antennen, die kunstvoll geschwungen in die Rückseite des Smartphones übergehen.
Apropos Rückseite, durch die plane Rückseite steht die Kamera nicht über das Gehäuse hinaus und das Smartphone liegt so komplett auf dem Untergrund auf. Wenn man das Gigaset ME auf einen Tisch legt und auf ihm tippt, wackelt dementsprechend nichts. Das ist heutzutage nicht üblich, da bei vielen anderen Smartphones die hintere Kamera über den Gehäuserand hinaus steht. Die Wahl der Materialien trifft nicht ganz den Zahn der Zeit. So sind heutzutage Metall-Unibody-Gehäuse der Stand der Dinge und nicht die hier verwendete Stahl-Glas-Kombination. Doch auch ohne Unibody-Gehäuse wirkt das Smartphone mit seinen 169 Gramm Gewicht wie aus einem Klotz geschliffen.
Auf der Oberseite finden wir einen 3,5-mm-Klinkenanschluss und einen Infrarot-Sender, mit dem das Gigaset ME den Job einer Fernseh-Fernbedienung übernehmen kann.

Gigaset ME und Verpackung Gigaset ME Headphone Anschluss

Auf der Unterseite des Gerätes befinden sich die vermeintlichen Stereo-Lautsprecher und eine USB-Schnittstelle Typ-C, welche Qualcomms Quick Charge unterstützt. Durch das mitgelieferte 3A-Netzteil lässt sich das Smartphone in ca. einer Stunde komplett aufladen.

Gigaset ME Unterseite Gigaset ME Gesamtansicht

Am oberen und unteren Rand der Rückseite schmücken zwei silberne Antennenstreifen die sonst schnöde weiße Glasfläche. Im oberen Bereich befindet sich die 16 Megapixel Kamera, nebst Dualton-LED-Blitz und Fitness-Sensoren. Darunter finden wir den Fingerabdrucksensor, welcher bis zu 10 verschiedene Fingerabdrücke speichern kann.

Durch die glatte Rückseite des ME rutscht das Smartphone aber auch auf nahezu jedem Untergrund. Wenn dem Gigaset ME also die Stelle nicht gefällt, auf die man es gelegt hat, dann kann es passieren, dass es sich selbstständig macht und den Untergrund wechselt. Um dies zu demonstrieren, haben wir ein kleines Video vorbereitet.

Das Gigaset ME im Praxis-Check

Quelle: Hardwareschotte.de Das Full-HD Display wird von einer Gorilla-Glass-Scheibe geschützt, welche auf übliche Art und Weise spiegelt. Zur Kompensation der Spiegelungen könnte der Hersteller ein sehr helles Display nutzen. Leider ist die Helligkeit des Gigaset ME Displays mit 430 cd/m² nicht das Hellste. Das Kontrastverhältnis ist mit 948:1 TFT-Typisch und geht in Ordnung, auch die Blickwinkel sind ordentlich groß. Apropos auf der Vorderseite gesellt sich neben der 8MP Frontkamera und den Annäherungssensor auch eine Message-LED, die in verschiedenen Farben unterschiedliche Benachrichtungen dezent anzeigt.

Der Fingerabdrucksensor arbeitet im Prinzip zuverlässig. In einigen Fällen hatte er Erkennungsschwierigkeiten. Manchmal entsperrte er auch ungewollt, wenn wir das Gerät aus der Hosentasche ziehen wollten. Die Fitness-Sensoren funktionieren wie für die Geräteklasse üblich, liefern aber keine exakten Werte. Das Gigaset ersetzt - wie alle Highend Smartphones - kein professionelles Pulsmessgerät, wie es Leistungssportler benötigen.

Weniger ist mehr - dachte offensichtlich auch Gigaset - und entscheidet sich für eine einfache, übersichtliche Bedienoberfläche (Gigaset UI) ohne App-Drawer. Wer diesen dringend vermisst, kann auf App-Launcher aus dem Google-Play-Store zurückgreifen.

Wie schnell ist das Gigaset ME?

Was soll man sagen? Leute hier ist ein Snapdragon 810 nebst 3 GB RAM drin - das bedeutet Leistung pur! Dem entsprechend ist die Arbeitsgeschwindigkeit hoch, verdammt hoch. Einzig wenn wirklich viele Apps im Hintergrund offen gehalten werden und zudem schnell zwischen Apps hin- und her geschaltet wird, zeigen sich kurze Ruckler beim Wechsel der Homescreens. Dies dürfte im normalen Betrieb jedoch kaum der Fall sein. So können wir sagen, man kann auf dem Gigaset ME ohne hakeln oder Verzögerungen arbeiten. Dank der verbauten Adreno 430 Grafikeinheit dürften auch die Zocker unter euch ihre helle Freude haben. Denn auch anspruchsvolle Spiele stellen für das Smartphone kein Problem dar. Wir schickten das Gigaset ME natürlich durch unseren Benchmark-Parkour und wollen Euch die Ergebnisse nicht vorenthalten.

Benchmark

Gigaset ME

Xperia Z3

Ulefone Paris

P8 Lite

ZTE Blade V6

AnTuTu v5.7.1 61996 41680 34065 31521 28040
3D Mark Ice Storm Extreme Maxed Out Maxed Out 3854 4158 3221
3D Mark Ice Storm Unlimited 23922 19244 5764 5579 4985
Geekbench 3 Single-Core 978 954 629 593 627
Geekbench 3 Multi-Core 4455 2830 2873 2656 1773
GFX Bench Manhattan 1526 806,0 288,2 755,6 362,0
GFX Bench Manhattan Offscreen 1481 697,4 182,1 360,2 176,5
GFX Bench T-Rex 2788 1640 930,7 1451 812,9
GFX Bench T-Rex Offscreen 2839 1490 563,1 943,4 476,4

Der Benchmark-Parkour bestätigt unseren subjektiven Eindruck. Das Gigaset ME ist das schnellste von uns getestete Smartphone.
Einige von euch haben vielleicht schon gehört, dass der verbaute Snapdragon 810 Prozessor als Hitzkopf gilt. So haben viele Smartphones mit diesem Prozessor das Problem, dass Sie nach geraumer Zeit langsamer werden. Das passiert, wenn der Snapdragon 810 einige Zeit unter Last war und sich aufgeheizt hat. Dann schaltet der Prozessor eigenständig die Takt-Geschwindigkeit herunter um sich wieder abzukühlen. Da im Gigaset ME ebenfalls ein Snapdragon 810 verbaut ist, wollten wir testen, ob das Gigaset das gleiche Phänomen aufweist. Wir haben das Smartphone also einen halbstündigen Stresstest ausgesetzt und anschließend mit dem Benchmark Geekbench den Leistungsverlust gemessen.


Gigaset ME: Info aus dem CPU-Z Screenshot Gigaset ME CPU-Z Geekbench abgekühltes Gigaset ME Snapdragon 810 im abgekühlten Zustand AnTuTu Bench abgekühltes Gigaset ME Gigaset ME im AnTuTu Benchmark Test
Auch unser Test-Exemplar zeigt nach längerer Beanspruchung einen Leistungseinbruch. Dieser ist mit etwa 10-15 % messbar aber keineswegs spürbar. Schnell bleibt das Gigaset ME trotzdem.

Empfang und Sprachqualität

Beim Gigaset ME findet man keinerlei Aussparungen auf der Glasfront. An der Stelle wo sich der Lautsprecher für die Ohrmuschel befinden müsste, trohnt nur das Logo von Gigaset. Das ist ungewöhnlich, jedoch nicht neu. Beim Torque KC-S701 von Kyocera findet man eine ähnliche Technologie, dort wurde sie „Smart-Sonic-Receiver” getauft. Bei dieser Technik wird die Sprache über Schwingungen der Front auf das menschliche Ohr übertragen. Im Praxistest erwies sich das als durchaus funktional. Dabei waren unsere Gesprächspartner weder besonders laut noch zu leise. Die Sprachqualität der Gesprächspartner klang etwas blechern. Im Freisprechmodus mussten wir feststellen, dass der Gesprächspartner zu leise war. Bei genauerer Betrachtung offenbarte sich die Ursache: nur unter einer der beiden unteren Aussparungen befindet sich ein Lautsprecher. Auch die Wiedergabe von Videos und Musik bleibt leider ein monotones Vergnügen. Schade.

Die Empfangsleistung im 4G Funknetz und im WLAN ist gewöhnlich. Wir konnten schon Smartphones testen, die einen besseren Empfang boten, hatten aber auch schon Geräte die eindeutig schlechter waren.

Wie gut ist die Kamera des Gigaset ME?

Die im Gigaset ME verbaute 16 Megapixel Kamera ist eine tolle Knipse. Ausgestattet mit einem optischen Bildstabilisator und Laser-Fokus eignet sich die Kamera sogar für Schnappschüsse.

Wir haben das Gigaset ME in zwei verschiedenen Lichtsituationen getestet und am gleichen Motiv mit dem Sony Xperia (8MP) und einer Spiegelreflexkamera (16MP) verglichen. Der Fokus wurde auf den kleineren Apfel ausgerichtet. Es wird deutlich, dass der Weißabgleich - besonders in schlechten Lichtsituationen - zu einer unrealistischen Farbwiedergabe führt.

Außenaufnahme Tageslicht

Gigaset ME Gigaset ME Außenaufnahme Äpfel Tageslicht Sony Xperia C5303 Sony XPeria C5303 Außenaufnahme Nikon D7000 Nikon D7000 Außenaufnahme Tageslicht

Innenaufnahme wenig Tageslicht

Gigaset ME Gigaset ME Innenaufnahme schlechte Lichtsituation Sony XPeria C5303 Sony XPeria C5303 Innenaufnahme schlechte Lichtsituation Nikon D7000 Nikon D7000 Innenaufnahme schlechte Lichtsituation

Die Akku-Laufzeiten

Akkulaufzeit normale Nutzung Der fest verbaute Akku des Gigaset ME ist mit 3000 mAh groß genug bemessen, um das Smartphone über einen Tag hinweg mit Strom zu versorgen. Zudem greifen die Stromspar-Mechanismen so gut, dass das ME im Ruhestand kaum Energie verbraucht. In der Kombination reichte die Akkulaufzeit in unserem Test sogar oft zwei Tage. Das ändert sich sobald man beginnt anspruchsvolle Anwendungen zu nutzen oder Spiele auf dem Smartphone zu spielen. Auch wenn der verbaute Snapdragon Prozessor geradezu zum Zocken einlädt, können wir beim Spielen zusehen, wie die Akku-Prozente dahin schmelzen. Bei Vielzockern muss das Gigaset ME also schon nach wenigen Stunden ans Netz. Alles in Allem sind die Akkulaufzeiten des ME gut, es ist aber keinesfalls ein Ausdauerkünstler.

Fazit

Gigaset MEBestes Angebot von:
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Auch nach einem vierwöchigen Langzeittest steht fest, dass das Gigaset ME in keinen Disziplinen wirklich enttäuscht. Die Verarbeitung ist einem Oberklasse-Smartphone angemessen. Leider ist das Gehäuse recht rutschig, woran man sich allerdings mit der Zeit gewöhnt. Der Akku lässt sich leider nicht wechseln. Dafür steckt es voller High-End-Technik, wie dem Octa-Core-Prozessor, dem Fingerabdrucksensor oder dem Pulsmesser. Der Akku ist ausdauernd und bringt das Smartphone samt seinem Nutzer bequem über einen Tag. Als Schmankerln besitzt das Gigaset ME auch noch eine sehr gute Kamera, die sich dank Laser-Autofokus und optischem Bildstabilisator auch für Schnappschüsse eignet. Alles in allem also ein gutes Stück deutscher Ingenieurskunst.

Vorteile

Nachteile

  • sehr gute Verarbeitung
  • hohe Arbeits- und Spieleperformance
  • Dual-SIM bzw. microSD-Erweiterung
  • gute Akkulaufzeiten
  • gute Kamera
  • Fingerabdrucksensor und Pulsmesser
  • moderner Typ-C-Anschluss
  • Akku nicht austauschbar
  • glattes Handling
  • etwas dunkles Display

Der HardwareSchotte meint:

Zocker und Business Anwender, die nicht auf ein Leichtgewicht bestehen und dem durchgängigen Gorilla-Glass ohne Aussparungen etwas abgewinnen können, werden vom Gigaset ME nicht enttäuscht. Anwender für die eine Top-Kamera die wichtigste Kaufentscheidung ausmacht, sollten eher zum Lumia 950 oder Galaxy S6 greifen.

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