Astronomischer Pixelrausch und wetterfeste Farbenfreude

Nachlese zur Fotomesse CP+: Das sind die Neuheiten

0

Nachlese Fotomesse

Für die größte Bewegung auf der CP+ sorgte auf jeden Fall Canon. Neben neuen DSLRs im Voll- und APS-C-Format wurde mit der EOS M3 auch die nächste spiegellose Systemkamera angepriesen. Das meiste Staunen ernteten dabei die EOS 5Ds und ihr Schwestermodell 5Ds R. Mit ihrem 50,6-Megapixel-Sensor setzen sie einen Maßstab, den man aus dem Kleinbild-Segment noch nicht kannte. Muss man für die 5Ds bereits 3499 EUR berappen, werden für die 5Ds R mit zur Erhöhung der Bildschärfe modifizierter Tiefpass-Filterung weitere 200 Euro fällig. Da diese Preisregion auch für begeisterte Amateur-Fotografen zumeist unerschwinglich bleibt, konzentrieren wir uns im Folgenden auf die neuen Mittelklasse-Canons.

Hol mir die Sterne vom Himmel

Während Sony überhaupt keine frischen Kameras vermeldete, hatte Nikon auf der CP+ immerhin eine außergewöhnliche Neuvorstellung zu bieten: Speziell für ambitionierte Sternengucker gab es die für Astrofotografie optimierte D810A zu begutachten. Auf entsprechende Wellenlängen getrimmt, ermöglicht die 36-MP-Kamera etwa Aufnahmen kosmischer Gasnebel mit bis zu 900 Sekunden Belichtungszeit. Dafür fällt auch ihr stolzer Preis mit circa 3799 EUR um nochmals 600 bis 800 Euro höher aus als beim Basismodell D810. Nachdem schon zur CES 2015 die Nikon D5500 gezeigt wurde, findet ihr sie weiter unten im Kurzvergleich mit neuen Rivalinnen.

Die Ricoh-Marke Pentax stellte nach vielen Gerüchten nun den Prototypen ihrer seit langem ersten Kleinbild-Vollformatkamera aus. Noch 2015 soll sie erscheinen – weitere Daten und Fakten sind bislang nicht bekannt, nur bei der Gehäusefarbe darf man vom im Profibereich üblichen Schwarz ausgehen.

NIKON D810A Body speziell für Astrofotografie Nikon D5500 Digitale Spiegelreflexkamera PENTAX K-S2 wetterfeste SLR-Kamera Bestes Angebot von:
3 weitere Preise und Anbieter

Nikon und Pentax nur Canonenfutter?

Ganz anders sieht es bei der neuen Pentax K-S2 mit APS-C-Sensor aus: Gegenüber dem von maximal ein bis zwei Varianten flankierten Einheits-Schwarz der Konkurrenz fährt man bei der 20,12-Megapixel-DSLR eine große Auswahl an Gehäusefarben auf. Ganze zehn Farbkombinationen stehen zur Wahl, zusätzliche Sondereditionen in Zukunft – wie schon bei der Vorgängerin K-S1 – nicht ausgeschlossen. Darüber hinaus möchte die Allwetter-Kamera mit bereits im Body integriertem Stabilisator, WLAN plus NFC und dreh-/schwenkbarem Monitor punkten. Weitere Features sind Möglichkeiten zum Anschluss eines externen Mikrofons und zur Fernbedienung per Smartphone sowie Modi zur bequemen Erstellung von HDR- und Zeitraffer-Aufnahmen.

Zum Vergleich lässt sich etwa die bereits erwähnte Nikon D5500 heranziehen. Mit aktuell 798 EUR preislich ungefähr 100 Euro oberhalb der Pentax K-S2 angesiedelt, bietet sie eine mit 24,2 um etwa 4 Megapixel höhere Auflösung bei gleichem Sensorformat. Diese Pixelmenge bieten auch Canons EOS 750D und 760D. Blickt man auf deren Einführungspreise von 699 bzw. 749 EUR, spielen sie in derselben Liga.

Für Nikon und Canon spricht der ebenfalls höher auflösende Monitor, welcher zudem Touch-Bedienung bietet und bei der D5500 noch knapp 0,5 cm mehr Diagonale aufweist. Dreh- und klappbar ist er auch bei Pentax. Ein Alleinstellungsmerkmal bietet die Canon 760D mit ihrem zusätzlichen Status-LCD an der Oberseite, das auch den Hauptunterschied zur 750D darstellt und sie näher an größere Verwandte wie die 70D heranrücken lässt. Das Serienbild-Tempo soll bei der Pentax-DSLR mit bis zu 5,5 Bildern/s (max. 1/6000 s) um 0,5 Bilder/s höher als bei der Konkurrenz (max. 1/4000 s) liegen. Hinsichtlich Full-HD-Videoaufzeichnung und Ausstattung mit WLAN und Mikrofoneingang gleichen sich alle Kontrahentinnen; bei Canon/Nikon kommt noch ein HDMI-Ausgang hinzu. Einzig die D5500 muss ohne NFC auskommen. Eingebautes GPS findet man bei keinem der vier Modelle. Im Falle von Nikon und Canon bleibt die Bildstabilisierung allein vom verwendeten Objektiv (und der ruhigen Hand) abhängig.

Mit einer Wasser- und Staubbeständigkeit wie bei der K-S2 können aber weder Canon noch Nikon aufwarten. Bei fast gleichen Abmessungen liegt die Pentax mit 678 Gramm (einschließlich Akku und Speicherkarte) 200 Gramm schwerer in der Hand als ihre Nikon-Konkurrentin. Gegenüber den ein wenig größer ausfallenden Canon-Schwestern bringt sie noch gut 100 Gramm mehr auf die Waage.
Anders als im bunten Pentax-Reigen ist man bei Canon ans klassische Schwarz gebunden; die Nikon D5500 ist zumindest auch in roter Ausführung erhältlich.

CANON EOS 750D DSLR Bestes Angebot von:
8 weitere Preise und Anbieter
CANON EOS 760D Body (0021C017) CANON EOS 70D

Wer also gerne in rauer Umgebung fotografiert, es auch mal etwas bunter mag und bereit ist, ein Auge über den Canon-/Nikon-Tellerrand hinaus zu werfen, kann sicherlich einen Blick auf die K-S2 riskieren. Andernfalls dürften auch die neuen Modelle der beiden Marktführer keine schlechte Wahl sein. Und wer ohnehin vor allem Canon zugeneigt ist und schon mit der 760D liebäugelt, kann während des Wartens auf Verfügbarkeit darüber grübeln, ob sich die Geduld lohnt oder die in mancher Hinsicht ähnliche 70D einen sofortigen Kauf für circa 100 Euro mehr wert ist.

Graziler Retro-Chic vs. Profi-Ergonomie

Im Segment der Spiegellosen ist nach wie vor der Spagat zwischen kompakter Bauweise für Anspruchsvolle und rundum vollwertiger Spiegelreflex-Alternative zu beobachten. Paradebeispiel hierfür ist Samsung, die kürzlich ihr im DSLR-Pelz erschienenes Topmodell NX1 vorstellte. So ist die NX1 mit demselben 28-MP-APS-C-Sensor, Bildprozessor und 4K-Video, wie die im Umfeld der CP+ vorgestellte NX500, ausgestattet. Selbige präsentiert sich in den schon von der Vorgängerin NX300 bekannten Farben Braun, Weiß oder Schwarz samt silber-metallenen Gehäuseteilen, was in der Gesamtoptik dem Retro-Trend der Konkurrenz nahekommt. Verzichtet werden muss dafür auf die Fülle an Bedienelementen, die ergonomische Gehäuseform oder auch den internen Blitz der NX1.

Canon EOS M3 Kit + EF-M 18-55mm 1:3,5-5,6 IS STM (9694B063AA) 1 weiterer Preis

Nicht nur mit dem Kit-Preis ab 699 Euro positioniert sich gegen die NX500 von Samsung (ab 749 EUR) Canons Neuzugang EOS M3. Sie ist gleichfalls mit APS-C-Sensor, allerdings um 4 Megapixel niedriger auflösend und mit Full-HD statt 4K als maximalem Videoformat bestückt. Sonst ähneln sich beide Systemkameras in ihrer grundlegenden Ausstattungsliste. Sie bringen WLAN inklusive NFC, einen hochauflösenden, klappbaren Touchscreen sowie einen HDMI-Ausgang mit. Bei der Canon M3 gibt es dazu noch einen internen Blitz. Auf einen Sucher muss der Fotograf bei beiden verzichten.

PANASONIC Lumix DMC-GF7K DSLM-Kamera 1 weiterer Preis

Eine Preisklasse darunter rangiert die seit kurzem im Handel erhältliche Panasonic Lumix DMC-GF7 mit 16 Megapixeln auf ihrem Four-Thirds-Sensor, die man samt 12-32mm-Linse schon ab 470 Euro sein Eigen nennen darf. In die gleiche Kerbe wird in Kürze die Fujifilm X-A2 schlagen, jedoch mit einem dem auftreffenden Licht mehr Fläche bietenden APS-C-Sensor (UVP 499 EUR mit 16-50mm-Objektiv).

Darf es ruhig deutlich mehr kosten, stellt sich der Samsung NX1 in deren Preisregion ab 1499 Euro aufwärts die Sony Alpha 7 II entgegen. Sie bietet zwar weder AMOLED noch Touch im Display, dafür löst der Monitor ein Stück höher auf. Zwar mit gut 4 Megapixel weniger, dafür allerdings mit Vollformat kann der Exmor-Sensor glänzen, was beides in Verbindung dem Rauschverhalten der Sony gegenüber dem APS-C-Format des Samsung-Flaggschiffs deutlich zugute kommen sollte.
Die Videoaufnahme der Alpha 7 II ist auf 1080p begrenzt; die NX1 will zur Übertragung nicht nur ihrer 2160p-Videos auch mit einem USB-3.0-Anschluss locken.

SONY Alpha 7 II E-Mount-Kamera (ILCE-7M2) Bestes Angebot von:
18 weitere Preise und Anbieter
Olympus OM-D E-M5 Mark II Systemkamera Bestes Angebot von:
28 weitere Preise und Anbieter

Ein wenig zwischen den Stühlen angesichts dieses Umfelds scheint die Olympus OM-D E-M5 Mark II zu sitzen, für welche man – ohne Objektiv – mindestens 1099 Euro aus dem Portemonnaie kratzen muss. Für diesen schon recht stattlichen Betrag gibt es scheinbar nur 16-Megapixel Four-Thirds, doch durch ihre Sensor-Shift-Funktion kann die Kamera acht in Folge aufgenommene Bildbereiche zu einem 40-Megapixel-Foto zusammensetzen. Im Übrigen steht sie ihren großvolumigeren Mitstreitern auch dank eines fein auflösenden elektronischen Suchers und Verschlusszeiten bis 1/16000 s in kaum etwas nach.

Beim Gros der Kompakt- und Superzoom-Kameras gibt es keine Überraschungen in der Modellpflege: Integrierte WLAN-, NFC- und GPS-Module breiten sich auch hier weiter aus und die Zoomwerte steigen in der Tendenz immer noch. Ist man trotzdem auf der Suche nach dem Besonderen, bietet sich die von Sigma um die Modelle dp0 und dp3 erweiterte Quattro-Serie mit neuen Festbrennweiten von 14 und 50 mm (entsprechend 21 bzw. 75 mm Kleinbild) und dem ungewöhnlichen Foveon-X3-Sensor an. Die dp3 entert den Markt für 999 Euro, zur dp0 ist ein ähnlicher Einführungspreis zu erwarten.

Heute ans Meer oder doch zum Felsklettern?

Da die Tage wieder länger und die Temperaturen freundlicher werden, sei noch auf fünf wasser-, staub- und stoßsichere Outdoor-Kameras hingewiesen, die schon knapp vor der CP+ das Licht der Welt auch unter Wasser erblickten – der nächste Abenteuerurlaub kommt bestimmt:
In der Ausstattung klar an die Spitze setzt sich die ab 329 EUR verfügbare Nikon Coolpix AW130 mit hochauflösendem OLED-Monitor, GPS, WLAN und NFC. Mit schlechterem Display und ohne NFC muss man bei den nur 30 EUR günstigeren Olympus Stylus Tough TG-860 und Ricoh WG-5 GPS vorlieb nehmen. Bei Ricoh fehlen zudem die Drahtlos-Funktionen komplett und der optische Zoomfaktor beträgt höchstens 4x statt 5x. Wer weitere 100 EUR weniger ausgeben möchte, bekommt wiederum inklusive WLAN, dafür ohne GPS die Fujifilm FinePix XP80, deren Feature-Liste sich im Übrigen ähnlich wie bei Ricoh liest. Als Einstiegsmodell in die Welt der Planschkameras fungiert dagegen die auch für Kinderhände gedachte Nikon Coolpix S33, die es schon ab 109 EUR gibt.

Wie üblich sind die robusten Freiluft-Kameras in mehr und weniger auffälligen Farbgebungen erhältlich – auch in diesem Punkt hebt sich Nikons AW130 mit der besten Auswahl zwischen Tarn- und Signalfarben vom Rest des Feldes ab.

NIKON Coolpix S33 wasserdichte Kompaktkamera

Was haltet ihr vom neuen Megapixel-Rausch bei Canon und gebt ihr Underdogs wie Pentax eine Chance?

Hier kommentieren

Dein Kommentar

  1. als Gast schreiben
    oder als Benutzeranmelden

186 Leserbewertungen für diesen Artikel
Weiter zu den Themen
 
Preisvergleich
Technik-Schnäppchen
Top100
Neue Produkte
Hardware
Shops
Service
Über uns
Community
FeedbackDeine E-Mail-Adresse (optional, für Rückantwort notwendig)
Dein Feedback wird als E-Mail über eine gesicherte Verbindung gesendet.
Copyright © 1999-2019 Schottenland GmbH • Alle Preise inkl. Mehrwertsteuer