Updates bei Android-Wear und Tizen verbessern die smarten Uhren

Neue Smartwatches von Asus, Motorola, Huawei und Samsung

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Kurz und knapp

  • Android-Wear- und Tizen-Updates haben Energiebedarf gedrosselt --> die Smartwatches halten länger durch
  • beide Betriebssysteme öffnen sich auch für andere Betriebssysteme; außer für Windows-Smartphones
  • Hersteller entwickeln leichtere und schlankere Varianten
  • Wer auf einen Pulssensor verzichten kann, findet mit der ZenWatch 2 einen günstigen Einstieg.

Huawei Watch auf der IFA 2015 Huawei Watch IFa 2015

Fernbedienung für Smartphones

Alle vorgestellten Smartwatches funktionieren nur gepaart mit einem Smartphone. Voraussetzung für eine erfolgreiche Kopplung ist, dass Smartphone und Software den Bluetoothstandard Low Energy (LE) unterstützen. Erforderlich dafür ist Android ab der Version 4.3 oder ein iPhone 5 mit einem Betriebssystem ab iOS 8.2.
Mit einer Companion-App wird der Datenaustausch gesteuert und man kann vom Handgelenk aus Nachrichten lesen, Navigieren oder Musiktitel abspielen. Das stummgeschaltete Smartphone kann getrost in der Tasche bleiben. Dank Schrittzähler und Pulsmesser bieten Smartwatches auch Fitnessfunktionen. Diese vermitteln zwar einen guten Eindruck über die eigene Aktivität und tragen zur Motivation bei, können jedoch nicht mit professionellen Geräten mithalten. Die ZenWatch 2 verzichtet sogar ganz auf einen Pulssensor.
Standalone-Features - wie sie die Gear S1 von Samsung noch an Bord hatte - wurden nicht weiter ausgebaut. Stattdessen setzen die Hersteller auf mehrere Varianten eines Smartwatch Modells - meist mit einer schlankeren Variante. Auch der Ansatz einer virtuellen Tastatur auf dem Display wird nicht weiterverfolgt (vgl.: erste Marktübersicht zu Smartwatches). Alle Hersteller setzen auf Sprachsteuerung.

Asus ZenWatch 2

Im Vergleich zum Vorgängermodell ist die ZenWatch 2 deutlich kompakter geworden. Zudem bietet Asus die Smartwatch in zwei Varianten an. Die größere verfügt über eine Bildschirmdiagonale von 41mm - die kleinere Variante hat 37 mm. Schlankheit hat ihren Preis: beide Modelle haben keinen Pulssensor. Allerdings waren dessen Messwerte nicht sehr präzise, so dass der Verzicht darauf eine gute Entscheidung war.
Außerdem hat Asus das Ladekonzept überarbeitet und verzichtet auf die Ladeschale des Vorgängermodells. Die Zenwatch 2 wird mit einem USB-Kabel geladen, dessen Stecker magnetisch an den Kontakten auf der Rückseite der Uhr andockt.
Asus setzt bei der ZenWatch 2 auf ein eckiges AMOLED Display mit Pentile-Matrix. Dieses Display ist preisgünstiger, hat aber nur ⅔ der Subpixel-Auflösung eines RGB-Displays. Bei gleicher Auflösung wirkt das Pentile-AMOLED Display also nicht so scharf wie die RGB-Modelle. Man nimmt eine Rasterung und ein Ausfransen wahr.
Schotten-Tipp: Da die Variante mit dem mit Metallarmband wesentlich schicker aber eben auch teurer ist, könnte man sich für die Ausführung mit Lederarmband entscheiden und ein handelsübliches Metallarmband nachkaufen.

Vorteile

Nachteile

  • preiswerteste Android-Wear-Watch
  • für die Preisklasse hohe Verarbeitungsqualität
  • Akku hält bis zu zwei Tagen durch
  • breiter Rand ums Display
  • Pentile Matrix nicht perfekt scharf

ASUS ZenWatch 2 - rotgold mit orangem Lederarmband ASUS ZenWatch 2 - silber mit braunem Sportarmband

Motorola Moto 360 - 2nd Gen

Die Moto 360 der ersten Generation war die erste runde Smartwatch. Allerdings ruckelte es kräftig beim Scrollen und Laden von Apps, da sie einen langsamen Prozessor beherbergte, und auch der Akku konnte nicht überzeugen.
In der zweiten Generation seiner Smartwatch verwendet Motorola keinen Prozessor von Texas-Instruments mehr, sondern verbaut einen deutlich schnelleren Snapdragon 400 von Qualcomm mit 1,2 GHz. Der Akku hält jetzt - bei sparsamer Nutzung - bis zu drei Tage durch. Die Moto 360 der zweiten Generation kann drahtlos geladen werden und dies - QI-Standard sei dank - auch in universellen Ladestationen.
Nachteilig ist der kleine schwarze Streifen am unteren Rand des Displays. Er beherbergt den Umgebungslichtsensor. Allerdings wird die Darstellung an der Außenkante dadurch etwas verzerrt und schillert bunt.
Auch von der Moto 360 2nd Gen gibt es zwei Varianten. Die größere Variante hat eine Bildschirmdiagonale von 46mm, und die kleinere hat einen Displaydurchmesser von 42 mm. Das LCD-Display der Moto 360 ist nicht so kontrastreich und scharf wie die anderen hier vorgestellten Smartwatches.

Vorteile

Nachteile

  • verbesserte Performance und Akkulaufzeit
  • drahtloses Laden
  • austauschbare Armbänder
  • Lichtsensor am unteren Displayrand stört

MOTOROLA Moto 360 (2. Gen.) 42 mm schwarz (SM4318AN7T1) MOTOROLA Moto 360 (2. Gen.) 46 mm silber (SM4317AD6T1)

Huawei Watch classic und active

Die Huawei Watch verfügt - wie auch die Zenwatch - über ein OLED-Display mit Pentile-Matrix. Mit einer Auflösung von 400 x 400 Pixeln und einer Diagonalen von 36mm bringt sie es auf eine Pixeldichte von 286 dpi. Allerdings hat die Pentile-Matrix die gleichen Auswirkungen wie bei der Zenwatch: die Darstellung ist nicht perfekt scharf und Buchstaben erscheinen leicht ausgefranst.
Der Akku der Huawei Watch hält bis zu zwei Tage durch. Sie kann drahtlos in einer magnetischen Ladeschale aufgeladen werden. Diese ist allerdings fest mit einem USB-Kabel verbunden und lässt sich nicht austauschen. Ist das Kabel defekt, heißt es: neue Ladeschale für rund 40 Euro. Das haben Samsung und Motorola eindeutig besser gelöst. Hier lassen sich die Ladestationen mit einem beliebigen USB-Kabel betreiben.
Sie enthält zudem keinen Umgebungslichtsensor, der die Displayhelligkeit automatisch regelt. Hier muss von Hand nachjustiert werden.
Schotten-Tipp: Auch bei der Huawei Watch lohnt sich der Griff zur günstigen Variante mit Lederarmband - und anschließend kann man ein Metallarmband aus dem Fachhandel kaufen.

Vorteile

Nachteile

  • schlankes und hochwertiges Design
  • handelsübliche Armbänder passen
  • kein Umgebungslichtsensor
  • durch Pentile-Matrix nicht perfekt scharf
  • USB-Kabel an Ladeschale nicht austauschbar

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HUAWEI Watch Classic Edelstahl mit GliederarmbandBestes Angebot von:
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Samsung Gear S2 mit TIZEN

Die Samsung Gear S2 hat - im Gegensatz zur Gear S - ein rundes Display und ein verbessertes Bedienkonzept. Spannend ist die drehbare Lünette. Mit diesem - von Taucheruhren bekannten - Drehring kannst Du bequem durch Menüs oder Kontaktlisten scrollen.
Die smarte Uhr hat Samsungs Betriebssystem Tizen an Bord, welches nun auch Smartphones mit Android unterstützt. Eine Kopplung mit iPhones ist in Aussicht gestellt.
Allerdings erfordert eine Nutzung mit einem Android-Smartphone oft zusätzliche Apps. So kann die Samsung Gear S2 zum Beispiel nicht mit Google-Maps zusammenarbeiten. Hier ist die APP „Here Maps” von Nokia erforderlich.
In Sachen Spracherkennung kooperiert Samsung mit Dragon Naturally Speaking. Diese verfügen zwar über einen großen Erfahrungsschatz in Sachen Spracherkennung, allerdings ist die Anzahl der unterstützten Befehle geringer als bei Android-Wear.
Weitere Apps lassen sich aus dem Samsung Gear Store laden. Das Angebot ist hier jedoch nicht so umfangreich wie bei Android-Wear.
An die Samsung S2 Classic passen Standard-Armbänder mit einem Bandanstoß von 20 mm. Die S2 Sport braucht spezielle Armbänder.

Vorteile

Nachteile

  • Lünette bringt ausgefeiltes Bedienkonzept
  • Kopplung mit Android-Smartphones erfordert zusätzliche Apps
  • Spracherkennung kennt weniger Befehle als bei Android-Wear
  • weniger Apps als bei Android-Wear

Samsung Gear S2 Classic schwarz 1 weitere Preise und AnbieterSamsung Gear S2 Schwarz/Anthrazit (SM-R7200ZKADBT)

Der HardwareSchotte meint:

Die hier vorgestellte zweite Generation der Smartwatches und die Updates von Tizen und Android-Wear bringen die cleveren Uhren deutlich voran. Die Abkehr von der Geräterestriktion, die Verbesserung der Akkulaufzeit, das gewachsene Angebot an Apps und die Diversifizierung der Modelle sind ein Schritt in die richtige Richtung. Auch wenn dies in Sachen Gerätereife nicht das Ende der Fahnenstange ist, stellt sich bei dieser Generation weniger die Frage, was man damit eigentlich anfangen kann. Sicherlich lohnt sich die Investition immer noch eher für Technikbegeisterte mit ein wenig Early-Adopter-Ambitionen.

Was haltet ihr momentan von Smartwatches? Sind sie schickes Gadget oder überteuerter Prototyp?

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