Endlich HD über Antenne

DVB-T2 kommt nach Deutschland

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Kurz und knapp

  • DVB-T2 ermöglicht erstmals den Empfang von HDTV mit einer Antenne.
  • Die Testphase in Ballungsräumen beginnt am 31.5.2016 mit ARD, ZDF, SAT.1, RTL,VOX und ProSieben.
  • Die Fußball-Europameisterschaft wird bereits in HD übertragen!
  • Aufrüstung auf HEVC ist leider nicht durch Software-Update bisheriger DVB-T-Empfänger zu bewerkstelligen -> Neuanschaffung nicht vermeidbar.
  • Privatsender benötigen speziellen Decoder

Was bedeutet DVB-T2?

DVB-T - in Deutschland oft auch als „ÜberallFernsehen” bezeichnet - steht für Digital Video Broadcasting, der Zusatz „T” für „Terrestrik”, was den Empfangsweg (Antenne) beschreibt. So gibt es neben DVB-T auch DVB-S (Satellit) und DVB-C (Kabel). DVB-T2 ist der Nachfolgestandard von DVB-T und steigert die Effizienz der Signalverarbeitung. Dessen Einführung wurde bereits am 18. September 2013 von der ARD verkündet.
Durch DVB-T2 können höhere Datenraten bei einer vergleichbaren Versorgung erreicht werden. Damit wird die Programmvielfalt erhöht und zudem bietet das hocheffiziente Kompressionsverfahren HEVC/H.265 die Möglichkeit, Programme erstmals in HD zu übertragen.
Nötig wurde der neue Standard, da ein großes Interesse an Frequenzen im Spektrum der Terrestrik (etwa vom Mobilfunk) bestand. Im Juni 2015 wurde dann durch veränderte Vorgaben des Bundes (“Digitale Dividende 2") das Frequenzspektrum für DVB-T reduziert (Deutsche TV-Plattform). Nur durch DVB-T2 wird es möglich, in dem für den Rundfunk verbleibenden reduzierten Frequenzspektrum hochauflösendes Fernsehen zu übertragen.
Die Vorteile von DVB-T2 liegen dabei auf der Hand: Auf den gleichen Frequenzen können mehr Sender übertragen werden, was das Sendeangebot für die Zuschauer erhöht und die Kosten für die übertragenen Sender senkt.

Ab wann ist DVB-T2 in Deutschland verfügbar?

Quelle: pixabay.com DVB-T2 Was gilt es zu beachten Ab dem ersten Quartal 2017 werden in deutschen Ballungsräumen alle Programme von DVB-T auf DVB-T2 umgestellt. Es handelt sich um folgende Gebiete: Bremen/Unterweser, Hamburg/Lübeck, Kiel, Rostock, Schwerin, Hannover/Braunschweig, Magdeburg, Berlin/Potsdam, Jena, Leipzig/Halle, Düsseldorf/Rhein/Ruhr, Köln/Bonn/Aachen, Rhein/Main, Saarbrücken, Baden-Baden, Stuttgart, Nürnberg und München/Südbayern (Quelle: Informationsportal der Initiative DVB-T2 HD). Ist die Umstellung auf DVB-T2 dort erfolgt, wird DVB-T-Empfang nur noch in Form eines stark eingeschränkten Betriebes für maximal 9 Monate weiterhin möglich sein. Für einen umfangreichen Betrieb stehen keine Frequenzen zur Verfügung (Quelle: NDR). Die Umstellung auf DVB-T2 in anderen Regionen erfolgt parallel ab 2017 und soll voraussichtlich Mitte Mai 2019 abgeschlossen sein.

Kann ich meine bisherigen DVB-T Empfangsgeräte für DVB-T2 nutzen?

Nein. Es gibt leider keine Möglichkeit, die alten DVB-T-Empfänger mittels Software-Update für DVB-T2 fit zu machen. Ein Grund dafür liegt in der Verwendung der neuen Modulations- und Kompressionsverfahren (HEVC). Fernsehgeräte können aber mit DVB-T2-HD-Receivern (so genannte: Set-Top-Boxen) nach wie vor genutzt werden.
Wer noch Röhrengeräte benutzt, wird nicht in den Genuss von HD kommen und muss zusätzlich darauf achten, dass die neue Set-Top-Box auch über einen entsprechenden SCART-Ausgang verfügt.

Brauche ich eine neue Antenne für DVB-T2?

Nein. Die bisher benutzte Dach- bzw. Außenantenne kann weiter benutzt werden - ebenso wie die weit verbreiteten Zimmerantennen. Auf der sicheren Seite für einen stabilen Empfang - auch in größeren Entfernungen zu DVB-T2 Sendern - bist du mit Dach- oder Außenantennen.

DVB-T2-Geräte aus dem europäischen Ausland funktionieren in Deutschland nicht!

Die Stiftung Warentest machte 2014 bereits auf das Problem aufmerksam:

Bereits jetzt werden Fernseher mit dem Ausstattungs­merkmal DVB-T2 verkauft. Diese Geräte sind jedoch nicht mit der Technik kompatibel, die in Deutsch­land einge­setzt werden wird.

Die Fernsehsender in Deutschland haben sich entschieden, im Zuge der Einführung auch den effizienteren Videokodierungsstandard (HEVC = High Efficiency Video Coding) einzusetzten. Bisher wird nur in Deutschland DVB-T2 und HEVC kombiniert. Das bedeutet allerdings auch, dass DVB-T2 Geräte, die in anderen europäischen Ländern zum Einsatz kommen (z.B. Österreich, Frankreich oder Skandinavien) für den Empfang von DVB-T2 in Deutschland nicht geeignet sind. Mittlerweile gibt es auch hierzulande sowohl Fernseher als auch Receiver, die den neuen Kompressionsstandard unterstützen.

Privatsender kosten und benötigen Decoder

Quelle: Informationsportal der Initiative DVB-T2 DVB-T2 Was gibt es zu beachten Die Programme der öffentlich-rechtlichen Sender werden grundsätzlich unverschlüsselt übertragen. Bis auf die GEZ fallen also keine Zusatzgebühren an.
Die privaten Sender werden - nach einer Testphase - ab kommendem Jahr verschlüsselt.
Fernseher und/oder Receiver müssen sie also auch entschlüsseln können (siehe unten).

UPDATE 5.7.16: Der Betreiber Media Broadcast gab am 05. Juli 2016 bekannt, dass der Empfang der privaten Sender 69 Euro im Jahr bzw 5,75 im Monat kosten soll. Ende März 2017 wird das Programmpaket um einige HD Programme erweitert. Darunter sind: Sicc, Sas.1 Gold, RTL II, Super RTL, RTL Nitro,N-TV, Kabel eins sowie ProSiebenMaxx.

Wie mache ich meinen alten Fernseher fit für DVB-T2?

Wer einen HD-fähigen Fernseher besitzt, der nicht von sich aus den Kompressionsstandard HEVC unterstützt, sollte einem DVB-T2-fähigen Receiver kaufen. Derzeit gibt es Geräte, die über eine integrierte Dekodierungsoption - ein sog. Conditional-Access ("CA")-System verfügen. Damit können die privaten Sender direkt entschlüsselt werden.
Andere Geräte verfügen über einen CI-Plus-Schacht, mit welchem das CA-System über ein externes, extra zu erwerbendes Modul nachgerüstet werden kann.
Das CA-System (integriert oder als Modul) ist für die Nutzung der verschlüsselt ausgestrahlten TV-Sender notwendig.

Geräte mit eingebautem CA-System zur Entschlüsselung

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Geräte mit Erweiterungsoption für Entschlüsselung (CI-PLUS)

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Neuen Fernseher kaufen - was gilt es für DVB-T2 zu beachten?

Wer ohnehin gerade über den Neukauf eines Fernsehgerätes nachdenkt, sollte auf zwei Sachen achten, damit der Neue auch in Deutschland DVB-T2 empfangen kann.
Zunächst ist es erforderlich, dass der Fernseher den Kompressionsstandard HEVC unterstützt. Wer gern die Privatsender ohne zusätzlichen Receiver empfangen möchte, muss auf einen CI-Schacht achten, an den dann der Decoder angeschlossen wird.
Wir haben Euch unter diesem Link eine vorgefilterte Liste von DVB-T2 fähigen Fernseher mit Anschlussmöglichkeit für einen Decoder zusammengestellt.

DVB-T2 Sticks

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Natürlich gibt es auch DVB-T2 Sticks. Diese sind aktuell noch nicht wirklich preiswert. Achtet unbedingt auf die Unterstützung von HEVC.

WICHITG: Aktuell können DVB-T2-Sticks nur die öffentlich-rechtlichen Sender empfangen. Für private Sender soll es 2017 spezielle Sticks geben, die auf ein bestimmtes Abo ausgerichtet sind.

Der HardwareSchotte meint:
Auf kurz oder lang führt also kein Weg an DVB-T2 vorbei und immerhin bringt der neue Standard HD über die Antenne nach Hause. Wer ohnehin über einen TV-Neukauf nachdenkt, sollte zu einem Fernseher greifen, der HEVC unterstützt und einen CI-Schacht für das CA-System hat. Ältere Fernseher, die HD unterstützen, können mittels neuem Receiver fit gemacht werden.

Wirst du DVB-T2 nutzen?

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8 Kommentare

  1. johnny L am 11.4.2015
    Also ich finde es gut, das ich als Bewohner einer straße, in der weder kabel tv oder ip tv /entertain gehen, endlich mal günstig in den genuß der artenvielfalt des deutschen fernsehens komme. hingegen den meisten nutzern, denen es wichtig ist, keine dieter bohlen trällereien ala dsds oder den bauern der seine sau sucht, zu verpassen, sondern eher die ÖR sender, begrüße ich die entscheidung das DVB T2 als standard nachziehen will. seltsam finde ich es auch, das RTL angeblich den sendebetrieb einstellt, aber auf dem Sendeplatz von CNN auf einmal rtl nitro gezeigt wird, schon komisch. wohl gut überlegt von den kölner senderhaien nicht den sendebetrieb einzustellen, denn werbung bringt nur was ein, wenn sie auch von allen gesehen wird, oder herrschaften?? mfg aus moers, ihr gastredner
  2. Steffen W. am 4.7.2015
    Jede Umstellung zahlt der Fernsehzuschauer mit! Die Termine für die Umstellung werden einfach zu spät bekannt gegeben,sodaß man kurzfristig neue Geräte besorgen muß,um überhaupt wieder terrestrisch fernsehen zu können.Nun erfährt man,daß ein neuer Standard eingeführt werden soll und die alten DVB-T-Frequenzen meistbietend an die Telekommunikationskonzerne versteigert werden.
    Den größten Reibach macht der Staat: Einmal mit der Frequenzversteigerung und zum Anderen durch den Verkauf neuer Geräte! Immerhin sind als Erlös für die Frequenzen bis zu 2 Milliarden ¤ eingerechnet! Sauber hingekriegt!!!
  3. Maximus Cassierus am 30.5.2016
    Es gibt für die Probleme der Normumstellung und der neuen Kostenpflicht für Privatsender eine ganz einfache Lösung:

    Fernseher abschaffen!

    Das spart Geld, verhindert weiteren Elektronikschrott und verleiht Freizeit.

    Niemand wird dazu gezwungen, sich den ganzen Mist reinzuziehen.

    [deleted by TrollFilter: ARD/ZDF-Bonzen, Hartz IV, AfD, Fernseh-Zwangssteuer ... und so weiter]
  4. Maximus Cassierus am 30.5.2016
    Da ich KEIN Troll bin, muss ich offensichtlich meinen Beitrag wiederholen, bis verstanden wird, dass es tatsächlich eine Option ist, seinen Fernseher abzuschaffen (man wird also schon zum Troll, wenn man den gesunden Menschenverstand einsetzt?):

    Es gibt für die Probleme der Normumstellung und der neuen Kostenpflicht für Privatsender eine ganz einfache Lösung:
    Fernseher abschaffen!

    Das spart Geld, verhindert weiteren Elektronikschrott und verleiht Freizeit.

    Niemand wird dazu gezwungen, sich den ganzen Mist reinzuziehen.
    Gezwungen werden wir derzeit lediglich dazu, jährlich 210 ¤ Fernsehsteuer für die üppigen Pensionen der ARD/ZDF-B*nzen abzudrücken, sobald wir einen festen Wohnsitz haben und nicht vom Staat durch ALG2 alimentiert werden.

    Aber auch diese unsoziale Fernsehsteuer kann man abschaffen, wenn man es nur will.

    [editiert von Redaktion: parteipolitische Äußerung entfernt]
  5. MoriToni am 31.5.2016
    Wenn ich mir so, die angepeilte Verfügbarkeit anschaue, gibt es ja riesige Bereiche innerhalb Deutschlands, die vom Empfang praktisch ausgeschlossen sind!!

    Eigentlich schade, da so fernsehen mit DVB-T-Stick auf'm Notebook in der Sommerlaube auf dem Lande immer noch nicht geht. Hatte gehofft, dass das mit DVB-T2 besser wird. So, ist es leider dafür immernoch unbrauchbar...
  6. SuperApe am 31.5.2016
    @Maximus Cassierus: Ich stimme Dir vollkommen zu, bei dem Punkt "Fernseher abschaffen! - Das spart Geld, verhindert weiteren Elektronikschrott und verleiht Freizeit.". Da bin ich zu 100% bei Dir!

    Allerdings, wenn ich mir deine beiden Kommtare so anschaue, scheint die Aussage "Fernseher abschaffen" dem "Trollfilter" egal gewesen zu sein. Die Aussage ist ja auch in deinem ersten Post schon dabei.

    Man sollte nicht vergessen, dass durch die allerseits kritisierten GEZ-Gebühren solche Dinge finanziert werden, wie zahlreiche Radiosender und dritte Programme, wie 3Sat, arte oder Phoenix - die allesamt abseits des Medienmainstream Alternativprogramme senden.

    Und auch wenn die Deutschen als revolutionsfaul gelten, frage ich mich, was wohl passieren würde, wenn plötzlich des deutschen Mannes Lieblingssport "Fussball" nicht mehr in den öffentlich-rechtlichen Sendern laufen würden (z.b. in der jetzt bevorstehenden EM). Da würden plötzlich alle laut schreien. Hmm....

    Nicht, dass Du den Fernseher abschaffst und dann heimlich Tatort in der Mediathek schaust...tssstssss..
    Auch so - brauchst Du ja gar nicht heimlich machen, Du zahlst ja wie ALLE anderen auch GEZ.
  7. toilettenturner am 25.10.2016
    Sehr geehrte Redaktion.

    Meinungsfreiheit wird in einer Demokratie sehr große geschrieben. Ich war immer der Ansicht, dass dies auch hier möglich ist.Liebe Redaktion bitte unterlassen Sie in Zukunft das editieren von Userbeiträgen wenn diese keinen rassistischen oder das Gleichbehandlungsgesetz widersprechenden Inhalt haben. Eine politisch korrekte Äußerung widerspricht nicht dem demokratischen Grundverständnis der Bundesbürger.
    Herzlichen Dank
  8. Redaktion am 26.10.2016
    Hallo toilettenturner,

    da hast du völlig recht - die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut in unserer Demokratie.
    Dieses Forum ist ein themenorientierter und moderierter Raum. Unser zentrales Thema ist Technik und Hardware. Die Diskussionen sollten nicht in alle möglichen Richtungen ausschweifen.
    Wir behalten uns zudem vor, Werbung - wozu auch direkte Wahlwerbung für Parteien zählt - sowie beleidigende Ausdrücke zu entfernen.

    Besten Gruß
    HardwareSchotte-Redaktion
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