Ein Blick über den Tellerrand der schnellen Laufwerke

SSDs abseits von Crucial, Samsung und Co.+ Kurztest der AMD R7 SSD

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SSDs abseits von Crucial, Samsung und Co.+ Kurztest der AMD R7 SSD

Mittlerweile gehören SSDs in Desktop PCs und Notebooks zur Standardausstattung. Die kleinen, flinken Laufwerke sind dabei nicht nur platzsparender und leichter, was vor allem dem mobilen Bereich zu Gute kommt, sie sind zudem lautlos im Betrieb, stromsparender und deutlich schneller als herkömmliche Festplatten. Mit Preisen ab etwa 50 Euro bekommt man aktuell bereits Solid State Disks mit einer Kapazität von 120 bzw. 128 GB. Mit großem Abstand gehören SSDs von Samsung und Crucial zu den beliebtesten Flashspeicher-Laufwerken. Der Grund dafür ist schnell gefunden: Zum Einen bestätigen unzählige Testergebnisse den Herstellern eine sehr gute Performance, zum Anderen sind sie von was die Preis-Leistung betrifft, speziell die Crucial-SSDs, fast unschlagbar. Samsung-SSDs haben zudem den Vorteil, dass die Technik komplett aus eigenem Hause kommt - dies gilt sowohl für die Flashspeicher-Chips, den Controller als auch die Platinen. Für viele Käufer ist dies ein absolutes Kaufargument. Seit kurzem hat Samsung jedoch mit einem Problem zu kämpfen, dass einige Käufer vielleicht abschrecken könnte: Die bisher erfolgreichste SSD, die Samsung SSD 840 Evo, hat mit Performance-Problemen zu kämpfen und eine Lösung dieses Problems ist bisher noch in weiter Ferne. Die Nachfolger-SSD, die 850 Evo, hat diese Probleme jedoch wohl nicht mehr.

SSDs abseits von Samsung und Crucial

Wir wollen in diesem Artikel einen Blick über den Tellerrand wagen und attraktive SSDs von anderen Herstellern auf dem Markt vorstellen. Schließlich gibt es in dieser Kategorie mehr als 50 verschiedene Hersteller. Natürlich können wir euch nicht alle einzeln vorstellen, wollen aber die eine oder andere gute Alternative zu den beiden führenden Marken nennen. Besonders häufig anzutreffen sind Hersteller aus dem RAM-Speicher-Bereich, aber auch einige Festplatten- oder Prozessor-Hersteller produzieren mittlerweile SSDs.

Auf keinen Fall fehlen darf hier SanDisk. Das kalifornische Unternehmen ist seit Jahren im Bereich Flash-Speicherkarten tätig und hat ebenfalls viele SSD-Serien im Portfolio. Vor allem preisbewusste Käufer finden in den Flash-Laufwerken von SanDisk einen guten Einstieg in die SSD-Welt. Aber auch anspruchsvollere User werden beispielsweise mit der Ultra-II-SSD bedient. Insgesamt haben wir mehr als 100 SSDs von SanDisk in unserem Preisvergleich gelistet. In Tests zeigen sie meist nur eine durchschnittliche Leistung, sind aber aufgrund des stets sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnisses eine nennenswerte Alternative.

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Adata, Mushkin und Kingston sind ursprünglich allesamt RAM-Herstellern, produzieren seit langem aber auch SSDs in großen Mengen. Während Mushkin mit der Reactor-Serie dabei sein Hauptaugenmerk auf eine attraktive Preisgestaltung setzt, haben Adata und Kingston sowohl für Einsteiger als auch für anspruchsvolle Anwender entsprechende Produkte im Aufgebot.

Mit Seagate versucht sich ebenfalls ein Festplatten-Hersteller auf dem hart umkämpften SSD-Markt zu etablieren. Auch wenn die Leistung der 600er-Serie voll und ganz stimmt, muss sich da sicherlich noch preislich etwas tun, damit sie sich besser behaupten kann.

Unter den vielen SSD-Herstellern sind auch einige echte Exoten zu finden. So zum Beispiel das österreichische Unternehmen Angelbird, das die wrk-SSD in drei verschiedenen Kapazitäten anbietet. Aber auch OWC gehört in diese Kategorie, die sich hauptsächlich auf SSDs in unterschiedlichsten Formaten für Macbooks konzentrieren.

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Last but not Least: OCZ . Die von Toshiba aufgekaufte Speicher-Firma produziert weiterhin unter eigenem Namen neue SSDs. Ähnlich wie Samsung können sie dabei auf Komponenten zurückgreifen, die komplett aus eigenem Hause sind. So werden Controller von Indilinx und Speicherchips von Toshiba verbaut. Auch die AMD Radeon R7 SSD wird von OCZ bzw. Toshiba gefertigt. Im Rahmen eines Kurztests wollen wir euch diese etwas näher vorstellen.

Kurztest der AMD Radeon R7 SSD 240GB

Nicht Alles was bei AMD Radeon heißt, muss eine Grafikkarte sein. Die seit Herbst 2014 erhältliche Radeon R7 ist eine SSD der Prozessor-Firma AMD. Beim Verpackungsdesign hält man sich strikt an die Firmenfarben Schwarz und Rot. Besonders lobenswert ist der im Lieferumfang mit enthaltene 3,5''-auf-2,5''-Adapter, der früher stets einer SSD beiseite lag, mittlerweile jedoch eher selten dabei ist.

Das Design der R7 SSD ist schlicht mit modernem Muster in Grautönen und einem auffallenden AMD-Logo in der Mitte. Anders als bei vielen anderen SSDs ist das Gehäuse aus Metall, was sich nicht nur besser anfässt, sondern auch beim Gewicht bemerkbar macht. Im direkten Vergleich zu einer Samsung Evo 850 wiegt sie mit 115 Gramm knapp das Doppelte. Dies mag aber nur für gewichtsbewusste User wichtig sein, deren Notebook so leicht wie möglich sein soll. Die Rückseite verrät die eigentliche Herkunft dieser SSD: OCZ.

Technische Daten

OCZ Vector 180 AMD Radeon R7
Samsung SSD 850 Pro
Controller Indilinx Barefoot 3 M00 Indilinx Barefoot 3 M00 Samsung MEX
Kapazität 120 / 240 / 480 / 960 GB 120 / 240 / 480 GB 128 / 256 / 512 / 1024 GB
Speicherchips

Toshiba A19nm Multi-Level Cell (MLC)

Toshiba A19nm Multi-Level Cell (MLC)

3D V-NAND TLC
seq. Lesen (MB/s)
550 550 550
seq. Schreiben (MB/s)
450 (120GB) / 530 470 (120GB) / 530 470 (128GB) / 520
IOPS Lesen
85000 / 95000 / 100000 85000 / 95000 / 100000 100000
IOPS Schreiben
90000 / 95000 90000 90000
Herstellergarantie 5 Jahre + Sofortaustausch 4 Jahre + Sofortaustausch 10 Jahre

Die technische Ausstattung der AMD Radeon R7 SSD ähnelt der Ausstattung der kürzlich veröffentlichten OCZ Vector 180 . Wie Samsung kommen auch bei OCZ Speicher und Controller aus eigener Produktion. So setzt man bei der R7 ebenfalls auf den Indilinx-Barefoot-3-Controller und 19-nm-MLC-Speicher von Toshiba. Laut Herstellerangaben sollen so Geschwindigkeiten von bis zu 550 MB/s beim Lesen und bis zu 530 MB/s (je nach Modell) beim Schreiben erreicht werden, was quasi das maximal Mögliche bei SATA-III darstellt. In IOPS ausgedrückt: 85000/95000/100000 IOPS beim Lesen und 90000 IOPS beim Schreiben.

Nun aber genug der Theorie, schauen wir einmal, was die AMD Radeon R7 SSD in der Praxis schafft:

AS SSD Benchmark

Der AS SSD Benchmark wurde speziell für den Test von SSDs entwickelt. Alle synthetischen Tests werden ohne Nutzung des Betriebssystem-Caches durchgeführt. Die drei Praxistests zeigen die Leistung bei gleichzeitigen Lese- und Schreiboperationen. Im Gegensatz zu CrystalDiskMark zeigt der AS SSD Benchmark Durchschnittswerte an und liegt dadurch näher an der Realität.

AMD Radeon R7 240GB OCZ Vector 256 GB OCZ Vector 256 GB Samsung 840 250 GB Samsung 840 250 GB

ATTO Disk Benchmark

Mit dem ATTO Disk Benchmark werden die maximal möglichen sequentiellen Transferraten von Festplatten gemessen. Da viele SSD-Hersteller ATTO nutzen, um die maximalen Übertragungsraten eigener SSDs zu ermitteln, eignet sich das Tool perfekt dafür, die Herstellerangaben zu überprüfen.

AMD Radeon R7 240GB OCZ Vector 256 GB OCZ Vector 256 GB Samsung 840 250 GB Samsung 840 250 GB

Crystaldisk Benchmark

Beim CrystalDiskMark handelt es sich, ähnlich wie beim AS SSD Benchmark, um ein synthetisches Tool. Anders als der AS SSD Benchmark, zeigt CrystalDiskMark jeweils den höchsten Wert aller Durchläufe an.

AMD Radeon R7 240GB OCZ Vector 256 GB OCZ Vector 256 GB Samsung 840 250 GB Samsung 840 250 GB

Alle drei Benchmarks bescheinigen der AMD R7 SSD überragende Schreibwerte, während die Lesewerte meist nur Durchschnitt sind. In der Praxis macht sich diese „Leseschwäche” im Vergleich zu anderen Solid State Disks jedoch kaum bemerkbar, die wirklich gute Schreibgeschwindigkeit allerdings schon.

Fazit

Es muss nicht immer Samsung oder Crucial sein. Neben kostengünstigen Alternativen wie beispielsweise die Einstiegs-Serien von SanDisk und Adata kann die AMD Radeon R7 in unserem Kurztest wirklich überzeugen und sich in der Oberklasse behaupten. Wer allerdings Oberklasse will, der muss auch bereit sein entsprechend tief dafür ins Portemonaie zu greifen. Die R7 wird in den Kapazitäten 120 GB (ab 76 Euro), 240 GB (ab 125 Euro) und 480 GB (ab 250 Euro) angeboten. Wer nochmals mehr Speicher benötigt, kann zudem alternativ zur fast baugleichen OCZ Vector 180 mit 960 GB (ab 520 Euro) greifen. Die entsprechendes Modelle der Samsung SSD 850 Evo oder Crucial MX200 sind allerdings teilweise deutlich günstiger, was es der AMD R7 sicherlich nicht einfacher macht um mit den Großen zu konkurrieren. Lediglich für die Pro-Variante der Samsung 850er-Reihe muss man nochmals mehr investieren.

Wie man diesem Artikel entnehmen kann, gibt es viele gute andere SSD-Hersteller, die sich leider ein bisschen zu sehr im Schatten der beiden großen Namen Samsung und Crucial verstecken. Ein Blick über den Tellerrand kann sich also lohnen.

Mit welchen SSDs habt ihr bisher gute oder schlechte Erfahrungen gemacht?

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