Reicht günstig oder sollte man lieber mehr ausgeben?

70mai Dashcam 4K A810 Lite vs. T800 im Vergleichstest

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70mai Dashcam 4K A810 Lite vs. T800 im Vergleichstest

Wer im täglichen Straßenverkehr oder beim Parken in engen Innenstadtlücken auf Nummer sicher gehen will, kommt an einer Dashcam kaum noch vorbei. Die kleinen Kameras haben sich längst vom Gadget in der rechtlichen Grauzone zum unverzichtbaren Beweismittel im Falle eines Unfalls oder einer Beschädigung gemausert. Das liegt vor allem am wegweisenden BGH-Urteil von 2018 (Az. VI ZR 233/17): Solange die Geräte datenschutzkonform per Loop-Recording nur kurze Sequenzen zwischenspeichern und erst bei einer Erschütterung permanent sichern, sind die Aufnahmen vor deutschen Gerichten in der Regel als Beweismittel verwertbar. Heutige Systeme gehen dabei weit über die reine Frontüberwachung hinaus und agieren als Rundum-Wächter für das gesamte Fahrzeug.

Doch wie viel Geld muss man für diesen lückenlosen Schutz tatsächlich in die Hand nehmen? Erst kürzlich hatten wir mit der 70mai A810 Lite ein echtes Budget-Schnäppchen im Test, das für knapp über 100 Euro erstaunlich gute 4K-Bilder an der Front lieferte. Doch was passiert, wenn man das Budget mehr als verdreifacht? Mit der brandneuen 70mai T800 Premium schickt der Hersteller sein absolutes High-End-Modell ins Rennen, das mit gleich drei Kameras, Dual-4K-Auflösung und dem modernen Sony-STARVIS-2-Sensor die volle Absicherung des Innen- und Außenraums verspricht. In unserem Vergleichstest klären wir die entscheidende Frage: Bietet das teure Flaggschiff im Alltag tatsächlich den dreifachen Mehrwert oder reicht die smarte Lite-Version für den normalen Autofahrer völlig aus?

Dashcamvergleich: 70mai A810 Lite gegen T800 Premium im Test

Als uns der Hersteller 70mai die beiden Geräte für einen Test anbot, war die Idee zu einem direkten Vergleich schnell geboren. Das 2016 gegründete Unternehmen hat sich auf dem globalen Markt einen Namen damit gemacht, moderne Dashcams zu erschwinglichen Preisen anzubieten -und das mit App-Anbindungen und intelligenten Parkwächtern. Doch mit den beiden uns zugesandten Modellen schickt der Hersteller zwei völlig unterschiedliche Gewichtsklassen ins Rennen.

Auf der einen Seite steht unser bereits getesteter Preis-Leistungs-Tipp, die 70mai A810 Lite. Als Budget-Modell verzichtet sie auf den teuren Sony-STARVIS-2-Sensor und setzt stattdessen auf eine namenlose, aber KI-optimierte 4K-Alternative. Erstaunlicherweise verbaut 70mai hier dennoch ein großzügiges 3,18-Zoll-Display, das von der Größe her sogar die normale A810 überragt. Dem gegenüber steht nun das neue Flaggschiff 70mai T800 Premium, das beweisen muss, ob der Sprung in die Premium-Klasse den massiven Aufpreis wert ist. Wir haben beide Modelle direkt nebeneinander im Alltag auf die Probe gestellt, um herauszufinden, wo genau der Rotstift angesetzt wurde und ob High-End-Sensoren den entscheidenden Unterschied bei der Beweissicherung ausmachen.

Technische Daten der beiden 70mai Dashcam im Vergleich

70mai Dashcam T800 Premium A810 Lite
Auflösung Front 3840 x 2160 Pixel (4K UHD) max. 60 FPS (30 FPS bei mehreren Cams) 3840 x 2160 Pixel (4K UHD) max. 30 FPS
Auflösung Heck 3840 x 2160 Pixel (4K UHD) max. 30 FPS 1920 x 1080 Pixel (Full HD) max 25 FPS
Auflösung Innen 1920 x 1080 Pixel (Full HD) max. 30 FPS nicht vorhanden
Bildsensor 2 x Sony STARVIS 2 IMX678 (Front & Heck) 4K-Bildsensor mit f/1.55 Blende und HDR
Sichtfeld 146° Weitwinkel Front, 146° Weitwinkel Heck, 147° Innen 140° Weitwinkel Front, 130° Weitwinkel Heck
Display 3''-IPS-Display mit 640 x 360 Pixeln 3,18''-IPS-Display mit 960 x 376 Pixeln
Konnektivität Dual-Band WLAN (2.4GHz & 5GHz) WiFi 6, Bluetooth Dual-Band WLAN (2.4GHz & 5GHz) WiFi 6
Besonderheiten Notfall-Voraufzeichnung (Buffer-Recording), KI-Parküberwachung, Superkondensator, G-Sensor Kollisionsdetektion, integriertes GPS, Supernachtsicht, 24h-Parküberwachung nur mit optionalem Hardwire-Kit, Bild-in-Bild-Modus, Notfall-Voraufzeichnung (Buffer-Recording), KI-Parküberwachung, Superkondensator, G-Sensor Kollisionsdetektion, integriertes GPS, Supernachtsicht, 24h-Parküberwachung nur mit optionalem Hardwire-Kit
SD-Karten-Unterstützung bis zu 512 GB bis zu 512 GB

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Lieferumfang und Ausstattung

Da wir den Lieferumfang und Ausstattung der 70mai A810 Lite mitsamt Produktfotos bereits in unserem separaten Einzeltest ausführlich unter die Lupe genommen haben, konzentrieren wir uns bei den folgenden Detailaufnahmen primär auf das neue Flaggschiff T800 und zeigen weiter unten dann im direkten Vergleich, wo die qualitativen und baulichen Unterschiede liegen.

Das Testpaket der 70mai T800 erreicht uns in einer vom Design her gleichen Verpackung wie die A810 Lite. Da es sich hierbei jedoch um das absolute Top-Modell handelt, fällt der Lieferumfang ab Werk bereits deutlich üppiger aus. Wer die T800 Premium erwirbt, erhält standardmäßig das Rundum-Paket bestehend aus der 4K-Hauptkamera (inklusive der integrierten Innenraum-Linse) und der hochauflösenden 4K-Heckkamera. Für die dauerhafte Parkraumüberwachung im abgestellten Zustand lässt sich optional ein passendes Hardwire-Kit auswählen. Um auch bei schwierigen Lichtverhältnissen das Maximum an Bildqualität herauszuholen, hat uns der Hersteller für den Test der T800 zusätzlich den optional erhältlichen CPL-Filter beigelegt (Aufpreis von 26 Euro), der störende Spiegelungen der Windschutzscheibe in den Aufnahmen minimieren soll.

Neben dem Hauptkamera-Modul, das in diesem Fall sowohl die Front in 4K (Sony STARVIS 2) als auch den Innenraum in 1080p im Blick behält, gehört das gesamte Installationsmaterial zum Standard-Lieferumfang. Mit an Bord sind eine ausführliche Anleitung, die nötigen Verbindungskabel, ein Zigarettenanzünder-Adapter auf USB-A sowie ein Hebelwerkzeug aus Kunststoff, mit dem sich die Kabel sauber hinter der Innenverkleidung des Fahrzeugs verlegen lassen. Anders als bei der A810 Lite liegen keine Halteclips für die Kabelführung bei. Außerdem befinden sich im Paket noch für die Haupt- und die Heckkamera jeweils zwei antistatische Folien und Klebepads zur Befestigung. Damit die Dashcam sofort startklar ist, spendiert 70mai bei der T800 eine 512 GB große microSD-Karte mit U3-Standard und bis zu 100 MB/s beim Lesen und Schreiben. Bei der A810 Lite ist es eine langsamere microSD-Karte mit nur 64 GB Kapazität.

Für die erweiterte Konnektivität stellte uns der Hersteller neben dem CPL-Filter auch das optionale Hardware-Kit Midrive UP04 zur Verfügung. Das Flaggschiff T800 entfaltet erst mit diesem Kit sein volles Potenzial zur 24h-Parkraumüberwachung. Dieses Erweiterungsmodul bringt zudem eine eigene 4G-(LTE)-Funktion ins Auto und erlaubt es, auch aus der Ferne via App auf die Kameras zuzugreifen.

Um den Parkwächter-Modus der T800 bei ausgeschalteter Zündung überhaupt nutzen zu können, ist der Anschluss an das Bordnetz des Fahrzeugs nötig. Erst die direkte Verbindung mit der Autobatterie sorgt dafür, dass die Kameras nach dem Abstellen des Wagens mit Dauerstrom versorgt werden. Durch das UP04-Kit wird die Dashcam zudem permanent mit dem Mobilfunknetz verbunden. Dank des integrierten LTE-Moduls lässt sich das System komplett aus der Ferne überwachen, inklusive Live-Streaming des aktuellen Kamerabildes auf das Smartphone. Die dafür notwendige SIM-Karte gehört zum Lieferumfang des Hardwire-Kits. Die Aktivierung erfolgt unkompliziert per QR-Code über den Mobilfunkpartner von 70mai, wobei für die Datenübertragung ein entsprechendes, kostenpflichtiges Abo abgeschlossen werden muss.

Beim ersten Hands-On wird sofort deutlich, wo ein Teil des Aufpreises hinfließt: Die Verarbeitung der T800 ist im direkten Vergleich zur A810 Lite sowohl haptisch als auch optisch hochwertiger. Während das Budget-Modell auf ein eher einfaches, zweckmäßiges Kunststoffkleid setzt, glänzt das Flaggschiff mit einer spürbar besseren Materialauswahl und einer edleren Optik. Das Display auf der Rückseite liefert ein knackiges, helles Live-Bild, auf dem sich die Ansichten der drei einzelnen Kameras flexibel steuern lassen. An der Gehäusefront dominiert die optisch markante Hauptlinse.

An der linken Seite befindet sich der Power-Button, der gleichzeitig auch der Notfallaufnahme-Knopf ist (doppelt betätigen). Dieser ist, anders als bei der A810 Lite, stets intuitiv und einfach zu finden, auch wenn man nicht direkt zur Dashcam schaut. Neben dem Button ist der microSD-Kartenslot platziert, der bis zu 512 GB große Speicherkarten unterstützt.

Rechts neben dem 3''-IPS-Display, das von der Diagonale her zwar kleiner ist, als bei der A810 Lite, aber durch ein anderes Format von der Fläche her größer ist, filmt die 1080p-Innenkamera das Geschehen in und um das Auto - und das, wie man weiter unten sehen kann, in einer sehr guten Nachtansicht.

Für ein optimales Kabelmanagement liegen die USB-C-Ports für Stromverbindung und Heckkamera oben. So lassen sich die Kabel am Rand der Windschutzscheibe sauber verlegen.

Die Heckkamera präsentiert sich optisch zwar gewohnt unauffällig, unterscheidet sich technisch jedoch fundamental von der Budget-Variante: Sie filmt in echtem, nativem 4K und bietet damit die vierfache Pixeldichte der einfachen Full-HD-Kamera aus der Lite-Version - und das mit dem bewährten Sony-STARVIS-2-Sensor. Das kleine Gehäuse lässt sich stufenlos drehen, um den idealen Blickwinkel durch die Heckscheibe präzise einzustellen. Damit das hochauflösende Signal auch ohne Verzögerungen an der Hauptstation ankommt, liegt ein entsprechend dickes, aber dennoch flexibles Verbindungskabel bei. Dieses ist, wie alle mitgelieferten Kabel der T800, extrem großzügig dimensioniert und reicht selbst in langen Kombis oder Vans problemlos für eine saubere Verlegung bis zum Heck aus.

Einbau und Menü

Bei der Installation an der Windschutzscheibe setzt das Flaggschiff auf das bewährte und unkomplizierte System wie bei der A810 Lite. Als clevere Montagebasis dient eine transparente, elektrostatische Folie, die sich allein durch Adhäsionskraft an die Scheibe saugt. Erst auf dieser Folie wird die eigentliche Halterung der Kamera fest verklebt. Das sorgt im Alltag für enormen Komfort: Sollte die Dashcam jemals in ein anderes Fahrzeug umziehen oder die Position korrigiert werden müssen, lässt sich das gesamte Konstrukt rückstandslos abziehen, und einfach wieder anbringen.

Die Kabel selbst lassen sich im Auto problemlos verlegen. Das lange Kabel für die Heckkamera kann direkt nach oben am Dachhimmel entlang geführt werden, während in unserem Fall das Stromkabel den Weg nach unten nimmt. Allerdings zeigt sich beim Einbau eine erste Hürde: Im Lieferumfang der T800 befinden sich überhaupt keine Kabelclips zur Führung der Kabel. 70mai geht hier offenbar fest davon aus, dass man die gesamten Leitungen mithilfe des beiliegenden Hebelwerkzeugs vollständig hinter der Innenverkleidung des Fahrzeugs versteckt. In der Praxis ist das allerdings nicht bei jedem Auto ohne Weiteres möglich. Wer die Kabel an bestimmten Stellen gezwungenermaßen offen verlegen muss, steht mangels Halterungen erst einmal im Regen und muss sich zusätzliche Clips separat besorgen oder die Kabel anderweitig führen und befestigen.

Sobald die Verkabelung steht, erwacht die T800 mit dem Starten der Zündung sofort zum Leben. Die mechanische Feinjustierung geht leicht von der Hand: Die Frontlinse lässt sich durch Neigen exakt auf die Straße ausrichten, und auch das zylindrische Gehäuse der Heckkamera wird einfach so weit gedreht, bis der rückwärtige Verkehr optimal im Bild eingefangen wird. Zudem hat man im Menü die Möglichkeit das Bild der Heckkamera zu spiegeln, sowohl horizontal als auch vertikal. Trotz der üppigen Technik im Inneren bleibt das Gehäuse kompakt genug, um unauffällig im Cockpit platziert zu werden, idealerweise direkt neben oder hinter dem Rückspiegel um das Sichtfeld nach Vorne nicht unnötig einzuschränken.

Kleiner Montage-Tipp: Viele moderne Fahrzeuge besitzen in diesem Bereich eine gepunktete Rasterfläche (Siebdruck). Diese Fläche blockiert keine GPS-Signale, ganz im Gegenteil: gerade bei beheizten Frontscheiben ist hier das GPS-Signal am stärksten. Allerdings haftet die elektrostatische Montagefolie der Dashcam auf der rauen Struktur der Punkte oft nicht optimal. Wer auf Nummer sicher gehen will, klebt die Folie daher am besten knapp daneben auf die glatte Glasfläche, um perfekten Halt für das Kamerasystem zu garantieren.

Wer zudem das volle Potenzial der T800 inklusive der 24-Stunden-Parkraumüberwachung und der 4G-Fernabfrage nutzen möchte, muss beim Einbau des Hardwire-Kits etwas mehr Zeit einplanen. Da der Parkwächter-Modus eine konstante Stromversorgung benötigt, ist hier der fachgerechte Anschluss des Hardwire-Kits an den Sicherungskasten des Autos unumgänglich.

Wer bereits ein Gerät des Herstellers kennt, wird sich sofort zurechtfinden: Das Menü der T800 gleicht dem der A810 Lite optisch fast aufs Haar und überzeugt mit derselben intuitiven, selbsterklärenden Struktur. Ein Druck auf die Steuerungstaste führt direkt in die Hauptübersicht, die sich in die bekannten Bereiche wie Systemeinstellungen, Sound, Intelligentes Reisen, Parkplatz-Sicherheit und Video-Optionen unterteilt.

Aufgrund der erweiterten Hardware bietet das Flaggschiff hier jedoch zusätzliche Einstellmöglichkeiten – unter anderem für die Steuerung der integrierten Innenraum-Linse und den Bild-in-Bild-Modus für drei Kameras. Eine kleine Besonderheit zeigt sich auch hier bei den Video-Einstellungen: Nutzt man nur die 4K-Frontkamera, kann man Videos mit satten 60 FPS aufnehmen. Grundsätzlich kann man zwischen hoher und niedriger Kompression auswählen. Da hohe Kompression standardgemäß eingestellt ist, haben wir ebenfalls die Einstellung für unseren Test gewählt.

Bei der App-Steuerung gibt es keine Überraschungen: Die T800 nutzt exakt dieselbe Smartphone-Anwendung wie die A810 Lite. Wer die Dashcam nicht über die physischen Tasten am Gerät selbst bedienen möchte, findet in der App eine deutlich übersichtlichere und komfortablere Menüstruktur vor. Neben den Systemeinstellungen erlaubt die App auch den direkten Zugriff auf alle aufgezeichneten Videodateien. Für die drahtlose Übertragung spannt die Dashcam ein eigenes Wi-Fi-Netzwerk auf. Obwohl der Hersteller hier stolze Übertragungsraten von bis zu 25 MB/s verspricht, zeigte sich im Test das gleiche Bild wie beim Budget-Bruder: Der Download der großen 4K-Videodateien auf das Smartphone zieht sich in der Praxis spürbar in die Länge und erfordert etwas Geduld.

Auch das Flaggschiff bringt das volle Paket an smarten Sicherheitsfeatures mit. Neben der wichtigen Notfall-Voraufzeichnung (Buffer-Recording), die bei einem Unfall auch die entscheidenden Sekunden vor dem Aufprall absichert, beherrscht die T800 eine KI-gestützte Parkraumüberwachung inklusive Zeitraffer-Funktion. Wer die Dashcam ohne feste Verkabelung mit dem optionalen Hardwire-Kit betreiben möchte, sollte für den Parkmodus auf eine Powerbank ausweichen.

Für die nötige Betriebssicherheit sorgt im Inneren ein langlebiger Superkondensator, der anstelle eines klassischen Akkus verbaut ist. Dieser hält, anders als ein eingebauter Akku, extremen Temperaturen im Sommer wie Winter problemlos stand. Seine Aufgabe ist es nicht, die Kamera minutenlang autark zu betreiben, sondern bei einem plötzlichen Stromausfall, etwa durch einen schweren Unfall, die Dashcam noch für wenige Sekunden am Leben zu erhalten, damit die aktuelle Videodatei sauber finalisiert und dauerhaft auf der Speicherkarte gesichert wird.

Doch nun genug der Theorie und dem Daten- und Featurevergleich der beiden Dashcam - kommen wir nun endlich zum Praxisvergleich.

Praxistest und Vergleich der beiden Dashcams

Beim Herzstück des Duells, der Bildqualität, müssen die Sensoren im direkten Schlagabtausch Farbe bekennen. Hier trifft der absolute High-End-Sensor Sony-STARVIS-2 in der T800 auf das namenlose, aber softwareoptimierte 4K-Modul der A810 Lite. Dabei haben wir versucht die beiden Probanden bei möglichst ähnlichen Bedingungen zu testen. Für den Vergleichstest haben wir alle Einstellungen so gelassen, wie es ab Werk eingestellt war. Zu Beginn schauen wir uns die Qualität der Frontkamera bei bestem Licht an:

T800 Frontkamera in 4K A810 Lite Frontkamera in 4K

Hier zeigt sich schon der große Mehrwert des Sony-STARVIS-2-Sensors. Denn nicht nur die Farben sind kräftiger, sondern auch die Bildschärfe ist sichtbar besser bei der T800. Das Flaggschiff T800 liefert über den Tag verteilt das sichtbar bessere und schärfere Bild. Details wie Straßenschilder oder weiter entfernte Kennzeichen werden dank des Premium-Sensors knackiger dargestellt.

T800 schnelle Lichtwechsel A810 Lite schnelle Lichtwechsel

Interessant wird es jedoch in den schwierigen Grenzbereichen, wie etwa bei Fahrten durch Straßen mit vielen Bäumen mit einem schnellen Wechsel zwischen hellem Sonnenlicht und tiefem Schatten. Hier schrumpft der Vorsprung des teuren Flaggschiffs überraschend zusammen: Beide Dashcams agieren in solchen Dynamic-Range-Härtefällen fast auf einem Niveau. Die T800 hat zwar beim Kontrastverhalten weiterhin minimal die Nase vorn und bricht in extrem hellen Bildbereichen nicht ganz so schnell ein, doch die A810 Lite hält erstaunlich gut dagegen. Wer also gedacht hat, dass der STARVIS 2 hier Welten zwischen die beiden Kameras legt, wird überrascht sein, wie nah das Budget-Modell dem Flaggschiff auf den Fersen ist.

Übrigens ist das Sichtfeld der Frontkamera bei der 70mai T800 Premium mit 146° Weitwinkel minimal größer als bei der A810 Lite mit 140°. In der Praxis macht dies jedoch keinen Unterschied. Anders jedoch bei der Heckkamera...

T800 A810 Lite

Während sich die Frontkameras noch ein enges Duell liefern, zumindest was bestimmte Lichtverhältnisse betrifft, bricht der Vergleich beim Blick nach hinten komplett auseinander. Hier hat die einfache Full-HD-Heckkamera der A810 Lite absolut keine Chance gegen die T800-Heckkamera. Zudem ist das Sichtfeld mit 146° (T800) zu 130° Weitwinkel (A810 Lite) ungleich größer.

70mai spendiert der rückwärtigen Kamera der T800 ebenfalls ein echtes 4K-Modul inklusive des hochwertigen Sony-STARVIS-2-Sensors. Und das Ergebnis kann wirklich überzeugen: Die Bildqualität der Heckkamera reicht fast an die Leistung der Frontkamera heran. Hatten wir die Heck-Lösung bei der A810 Lite im Einzeltest aufgrund der verwaschenen Full-HD-Auflösung noch als nette „Spielerei“ abgetan, ist das System der T800 ein echter Mehrwert im Fall der Fälle.

T800 Heckkamera in 4K A810 Lite Heckkamera in FullHD

Am Tag sorgt die enorme Pixeldichte dafür, dass nicht nur nachfolgende Fahrer und Gesichter relativ scharf abgebildet werden, sondern auch Kennzeichen von parkenden oder im Vorbeifahren kreuzenden Fahrzeugen einwandfrei lesbar bleiben. Wer also gesteigerten Wert auf eine lückenlose und verwertbare Beweissicherung nach hinten heraus legt, findet genau hier das größte und wichtigste Argument für den Aufpreis zum Flaggschiff.

A810 Lite Nacht A810 Lite Dämmerung

Spätestens bei Dunkelheit trennt sich im Vergleich die Spreu vom Weizen. Auch in dieser Disziplin geht die T800 als ganz klar bessere Dashcam aus dem Ring. Während die Aufnahmen der A810 Lite bei Nacht teils schwammig und in den Details verwaschen wirken, spielt das Flaggschiff hier die Muskeln seines High-End-Sensors voll aus.

T800 Nacht Autobahn

T800 Nacht KI hilft T800 Nacht Kennzeichen

Nicht falsch verstehen: Die A810 Lite ist für den günstigen Preis schon wirklich nicht schlecht bei Nachtaufnahmen. Der verbaute Sony-STARVIS-2-Sensor der T800 zeigt allerdings jetzt, warum er zur Spitzenklasse gehört. Er agiert extrem lichtintensiv und holt selbst aus schwach beleuchteten Straßenzügen erstaunlich viel Restlicht heraus. Das Ergebnis ist ein schärferes und rauschärmeres Gesamtbild im direkten Vergleich - auch wenn nicht alle Aufnahmen perfekt werden bei Nacht. Das macht in der Praxis den entscheidenden Unterschied. Kennzeichen, Fahrzeugmodelle und Straßenschilder bleiben bei der T800 auch unter schwierigen Sichtbedingungen im Scheinwerferlicht lesbar. Da der eigentliche Sinn und Zweck einer Dashcam eben auch die zuverlässige Beweissicherung bei Nacht ist, sichert sich das Flaggschiff hier einen weiteren Pluspunkt.

Ein ähnlich deutliches Bild zeigt sich beim Blick nach hinten im Dunkeln. Während die Heckaufnahmen der A810 Lite bei Nacht praktisch unbrauchbar waren und im digitalen Rauschen versanken, liefert die 4K-Heckkamera der T800 auch bei schlechter Sicht um Welten bessere Ergebnisse. Sie schafft es tatsächlich, die Kennzeichen von direkt hinterherfahrenden Autos im Scheinwerferlicht gut lesbar abzubilden.

T800 Heckkamera Kennzeichen T800 Heckkamera Nacht

An ihre physikalischen Grenzen stößt die 4K-Heckkamera allerdings, wenn es um Kennzeichen aus dem fließenden Gegenverkehr oder von am Straßenrand parkenden Autos geht. Hier sorgt die Bewegungsunschärfe in der Dunkelheit oftmals für unleserliche Schilder. Genau an dieser Stelle springt jedoch, wie schon beim kleineren Schwestermodell der A810 Lite, die integrierte KI helfend ein: Erkennt die Software das Kennzeichen im Videostrom, blendet sie es als klaren Text direkt im Bild über das eigentliche Kennzeichen ein und sichert so den entscheidenden Beweis.

Ein Feature, das dem Budget-Modell komplett fehlt, ist die integrierte Innenraumkamera der T800. Ausgestattet mit einer Infrarot-Nachtsichtfunktion liefert diese Linse sowohl am Tag als auch in der Nacht extrem scharfe Bilder aus dem Cockpit. Ein praktischer Nebeneffekt der Weitwinkel-Optik: Bei Tageslicht schaut die Kamera so weit aus den Seitenfenstern, dass sich darüber sogar die Kennzeichen von Autos ablesen lassen, die direkt neben einem an der Ampel oder auf dem Parkplatz stehen. In der Nacht reicht die Kraft der Infrarot-Dioden für den Blick nach draußen meist nicht mehr aus, um Kennzeichen zu entziffern.

T800 Innenkamera Tag T800 Innenkamera Nacht

Da eine solche Linse jedoch immer auch eine permanente Überwachung der Insassen bedeutet, hat 70mai mitgedacht: Wer sich im Alltag unwohl fühlt oder Mitfahrer im Auto hat, die nicht gefilmt werden möchten, kann die Innenraumkamera im Menü natürlich jederzeit komplett abschalten.

Zusammenfassend liefert die T800 die sichtbar bessere Bildqualität: Während die Frontkameras bei Tag dank starker Software-Optimierung der A810 Lite noch relativ nah beieinanderliegen, deklassiert die native 4K-Heckkamera der T800 das einfache Full-HD-Modul des Budget-Bruders komplett. Bei Dunkelheit baut das Flaggschiff seinen Vorsprung dank des lichtstarken Sony-STARVIS-2-Sensors an Front und Heck endgültig aus, während die Aufnahmen der Lite-Version im Vergleich mehr verwischen. Bei extrem schwierigem Gegenverkehr im Dunkeln hilft bei beiden Modellen die clevere KI-Kennzeichenerkennung aus. Das exklusive 3-Kanal-System der T800 punktet zudem mit einer scharfen, abschaltbaren Innenraum-Nachtsichtkamera, die tagsüber sogar Kennzeichen neben dem Fahrzeug erfasst.

Abseits der Bildqualität überzeugt das Flaggschiff auch bei der Ergonomie im Alltag: Der physische Notfall-Sicherungsbutton ist bei der T800 wesentlich besser platziert und lässt sich im Ernstfall auch ohne hinzuschauen sofort blind ertasten, während man bei der A810 Lite deutlich unpräziser suchen muss.

Fazit

Der direkte Vergleich zwischen der 70mai A810 Lite und dem Flaggschiff T800 Premium zeigt deutlich, dass „mehr Geld“ in diesem Fall auch messbar mehr Qualität bedeutet – allerdings hängt die Entscheidung stark vom eigenen Fahrprofil und natürlich vom Portemonaie ab.

Die A810 Lite positioniert sich als Preis-Leistungs-Tipp. Wer eine unkomplizierte Dashcam sucht, die tagsüber knackige 4K-Aufnahmen liefert, auch nachts durchaus ein akzeptables Bild bietet und somit das Geschehen nach vorne solide absichert, macht hier absolut nichts falsch. Dank der guten Software-Nachschärfung hält sie bei gutem Licht erstaunlich gut mit dem teuren Spitzenmodell mit. Abstriche muss man hier jedoch bei der Nachtperformance und vor allem bei der so schon nicht wirklich überzeugenden Full-HD-Heckkamera machen, die im Ernstfall eher als Orientierungshilfe denn als verlässlicher Beweisbringer dient.

Die 70mai T800 Premium hingegen liefert das lückenlose Rundum-sorglos-Paket und verdient den Titel „Flaggschiff“ zurecht. Der Sony-STARVIS-2-Sensor an Front und Heck deklassiert die Lite-Version vor allem bei Dunkelheit und im Heck komplett. Zusammen mit der gestochen scharfen und abschaltbaren Innenraumkamera, der deutlich durchdachteren Button-Ergonomie im Cockpit und den erweiterten Optionen des 4G-Hardwire-Kits (welches auch mit der A810 Lite funktioniert) bietet sie echten Mehrwert für Vielfahrer, Technik-Begeisterte und alle, die ihr Fahrzeug auch im Parkmodus lückenlos überwachen wollen.

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70mai A810 Lite Front und Rear Dashcam Bestes Angebot von:
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Der HardwareSchotte meint:

Wer primär tagsüber unterwegs ist und wem eine solide Absicherung nach vorne reicht, greift zur 70mai A810 Lite und spart bares Geld. Wer hingegen keine Kompromisse bei der Beweissicherung eingehen will, sei es nachts, nach hinten heraus oder im Innenraum, für den ist die T800 die beste Wahl. Der Aufpreis ist hier bestens in echte optische und funktionelle Upgrades investiert.

Zur Transparenz: 70mai hat uns die Testexemplare für den Test und zur weiteren Verwendung kostenlos zur Verfügung gestellt. Eine Bezahlung fand nicht statt. Seitens 70mai bestand zu keiner Zeit eine Möglichkeit der Beeinflussung auf den Inhalt dieses Testberichtes.

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