"Haswell-E" eröffnet das DDR4-Zeitalter *Update*

Was ist neu bei DDR4-RAM?

5

Die Steckleiste von DDR4-Modulen hat eine neue Wellenform.Quelle: Crucial Was ist neu bei DDR4-RAM?

Bereits im September 2012 wurden erste Samples für Server im neuen DDR4-Standard gefertigt. Doch erst mit der Einführung der Haswell-E-CPUs für den Sockel 2011 Ende August findet nun der Wechsel von DDR3 zu DDR4 statt. Dabei sollen nicht nur höhere Geschwindigkeiten und Kapazitäten erreicht werden, sondern zudem die Leistungsaufnahme gesenkt werden. Bei der Entwicklung des neuen Standards sind auch Spezifikationen des GDDR4- bzw. GDDR5-Grafikspeichers berücksichtigt worden, die unter anderem für einen besseren und fehlerfreien Signalaustausch sorgen.

Die Vorteile von DDR4-RAM im Überblick:

  • 288 anstatt 240 Kontakte für zusätzliche Signale
  • höhere Taktfrequenzen für höhere Transferraten
  • mit 1,2 V geringere Leistungsaufnahme anstatt 1,5 V oder 1,35 V bei DDR3
  • bessere Signalqualität
  • jedes einzelne Modul direkt an CPU-Controller angebunden
  • bessere Fehlererkennung und -korrektur

Was ändert sich äußerlich?

Von außen betrachtet, erkennt man den Unterschied zum Vorgänger an der höheren Anzahl der Kontaktflächen, welche von 240 auf 288 erhöht wurde. Die Dicke als auch die Höhe der Module werden mit 1,2 anstatt bisher 1,0 mm bzw. 31,25 anstatt 30,25 mm minimal größer sein. Die kleineren DDR4-SO-DIMM-Speicher für Notebooks verfügen nun über 256 anstatt bei DDR3 über 204 Kontakte. Da sowohl die Desktop- und den Notebook-Riegel nicht länger werden, rücken die Kontakte nun enger zusammen. Hier wird es wichtiger als sonst sein, auf Verschmutzungen der RAM-Slots oder der Kontaktflächen zu achten.

Was ändert sich technisch?

Vor allem fortschrittliches 3D-Stacking, ähnlich der 3D-NAND-Technologie bei SSDs, sorgen für mehr Speicherkapazität. Dazu tragen auch die immer kleiner werdenden Fertigungsverfahren bei. Mittels sogenanntem Chip-Stacking können die RAM-Zellen nun auf bis zu acht Schichten übereinandergestapelt werden, was die Speicherdichte deutlich erhöht. Somit sind RAM-Riegel mit bis zu 512 GB realisierbar. Im Gegensatz zu DDR3, wo noch maximal vier Ranks und acht Bänke pro Modul möglich waren, sind es bei DDR4 mit acht Ranks und 16 Bänken genau doppelt so viele. Diese 16 Bänke werden bei DDR4 in Gruppen à vier Bänke aufgeteilt, wobei jede Speicherzelle einer Bank wiederum in Zeilen und Spalten unterteilt ist. Dabei liegt die Speicherkapazität einer Zeile bei DDR3-RAM bei 1 kByte oder 2 kByte - bei DDR4 sind es lediglich noch 512 Byte. Das hat zur Folge, dass die unterschiedlichen Zeilen schneller aktiviert werden können und somit weniger Energie benötigt wird. Daraus resultierend ist die benötigte Spannung von DDR4-Arbeitsspeicher insgesamt geringer. In Zahlen ausgedrückt: Die Spannung bei DDR3 liegt bei durchschnittlich 1,5 Volt. Für DDR4 sollen bereits 1,2 Volt ausreichen. Weiterhin verfügt DDR4 über eine bessere integrierte Fehlererkennung bzw. Fehlerkorrektur.

Was leistet DDR4?

Was die Leistung betrifft, kann man noch keine endgültige Aussage treffen. Da bisher Tests aufgrund fehlender Mainboards und Prozessoren nicht durchführbar waren, sind nur Vermutungen möglich. Sicher ist jedoch, dass nicht wie sonst Speicherkanäle blockweise bestückt werden müssen, wie beispielsweise Dual-, Triple- oder Quad-Channel, sondern dass jedes zusätzliche Speichermodul die Transferrate des gesamten Speichers direkt erhöht. Denn jedes einzelne Modul wird direkt an den CPU-Controller angebunden. Allerdings werden auch hier erst Tests zeigen müssen, wieviel das Erweitern um ein Speichermodul bewirkt. Die Taktraten erster erhältlicher DDR4-Riegel für Desktop-PCs beginnen bei 2133 MHz, was der doppelten Geschwindigkeit von DDR3-1066 entspricht. Später sollen dann auch Module mit bis zu 3200 MHz erscheinen, die nochmals deutlich schneller sein werden.

Preise und Aussichten

Hinsichtlich der Preise ist ähnlich wie beim Umstieg von DDR2- zu DDR3-RAM zu erwarten, dass man für die neue Generation anfangs einen Aufpreis zahlen muss. Ersten Prognosen zufolge sollen die Preise von DDR4-Riegeln dann ab 2016 unter denen von DDR3 liegen. Gleichzeitig erwartet man auch den Durchbruch des neuen DDR4-Standards. Derzeit ist DDR4 im Desktopbereich vorerst nur für die kommenden Haswell-E-CPUs in Kombination mit den neuen X99-Mainboards nutzbar. In preisgünstigeren Systemen wird DDR4 frühestens im nächsten Jahr vertreten sein.

8GB (2x4GB) CRUCIAL Ballistix Sport DDR4-2400 CL16 Aktuell 12 Angebote im
Hardwareschotte
Preisvergleich
Preise vergleichenDatenblatt
16GB (2x8GB) CRUCIAL Ballistix Sport DDR4-2400 CL16 Aktuell 11 Angebote im
Hardwareschotte
Preisvergleich
Preise vergleichenDatenblatt
32GB (4x8GB) CRUCIAL Ballistix Sport DDR4-2400 CL16 Aktuell 4 Angebote im
Hardwareschotte
Preisvergleich
Preise vergleichenDatenblatt

Aktuell werden in unserem Preisvergleich DDR4-Module mit 2400, 2666 und 2800 MHz teilweise einzeln, größtenteils als Kits gelistet. Ein 8-GB-Kit kostet derzeit 109 Euro, ein 16-GB-Kit gibt es ab 209 Euro und 32 Gigabyte ab 399 Euro.

Prozessoren und Mainboards mit DDR4-Unterstützung

Anfangs wird die Nutzung DDR4 nur für den Sockel 2011 zusammen mit einem Mainboard mit X99 Chipsatz und neuer Haswell-E-CPU vorbestimmt sein. Ende August ist mit den ersten X99-Mainboards mitsamt DDR4-Unterstützung und den neuen Prozessoren zu rechnen. Der Intel Core i7-5960X wird dabei als neues Flaggschiff den Intel Core i7-4960X ablösen. Im Vergleich zum auf DDR3-RAM setzenden Vorgänger hat der neue i7 gleich acht Kerne und 16 Threads. Der Takt ist mit 3 GHz im Standard- und 3,5 GHz im Turbo-Modus vergleichsweise moderat. Hinzu kommen 20 MB L3-Cache und eine mit 140 Watt etwas höhere Verlustleistung. Insgesamt haben die neuen Prozessoren der Haswell-E-Reihe mindestens sechs Kerne, takten allerdings etwas niedriger. Preislich werden sie sich knapp über den bisherigen Modellen orientieren.

ModellKerne / ThreadsTakt / TurboL3-CacheSpeicherTDP
Core i7-5960X 8 / 16 3 / 3,5 GHz 20 MB DDR4-2133 140 Watt
Core i7-4960X 6 / 12 3,6 / 4 GHz 15 MB DDR3-1866 130 Watt
Core i7-5930K 6 / 12 3,5 / 3,7 GHz 15 MB DDR4-2133 140 Watt
Core i7-4930K 6 / 12 3,4 / 3,9 GHz 12 MB DDR3-1866 130 Watt
Core i7-5820K 6 / 12 3,3 / 3,6 GHz 15 MB DDR4-2133 140 Watt
Core i7-4820K 4 / 8 3,7 / 3,9 GHz 10 MB DDR3-1866 130 Watt

Bezüglich der Mainboards halten sich die Hersteller noch bedeckt. Einige wenige wie ASRock, Gigabyte und MSI stellten bereits erste Bilder und kurze Fakten zu ihren kommenden Mainboards mit dem neuen X99-Chipsatz vor. Diese bieten unter anderem je acht DDR4-Speicherslots, die bis zu 128 Gigabyte RAM aufnehmen können und mehrere PCIe-x16-Slots für Multi-GPU-Systeme. Daran und an der weiteren Ausstattung wie z.B. Killer-Netzwerkkarte, wird ersichtlich, dass die neue Haswell-E-Reihe vornehmlich für Gaming-Enthusiasten gedacht ist. Bezüglich der Preise für die Mainboards und zur Verfügbarkeit gibt es keine weiteren Informationen. Es ist aber zu erwarten, dass die Mainboards gleichzeitig mit den neuen CPUs Ende August an den Start gehen.

*Update*

Nun sind auch endlich zahlreiche Mainboards mit X99-Chipsatz in unserem Preisvergleich gelistet. Preislich beginnt das günstigste Modell ab 200 ¤. Auch zwei der oben genannten Haswell-E-CPUs sind ab sofort verfügbar. Hier gibt es den Core i7-5820k ab 350 Euro und das neue Flaggschiff, den Core i7-5960X, ab 930 Euro.

INTEL Core i7-5820K Box (BX80648I75820K) Aktuell 30 Angebote im
Hardwareschotte
Preisvergleich
Preise vergleichenDatenblatt
INTEL Core i7-5960X Box (BX80648I75960X) Aktuell 31 Angebote im
Hardwareschotte
Preisvergleich
Preise vergleichenDatenblatt
ASROCK X99 Extreme4 Aktuell 24 Angebote im
Hardwareschotte
Preisvergleich
Preise vergleichenDatenblatt

Was sagt ihr zu DDR4?

Hier kommentieren

5 Kommentare

  1. Raffe am 16.9.2015
    Nun haben wir bereits die neue Generation an Ram und Mainboards...
    Generell aber mal ne Frage:
    Man liest bei DDR4 RAM Tests auf X99 Mainboards ja immer wieder vom vorgegebenen STANDARDTAKT mit 2133MHz. Ist das nun eine implementierte vorgegebene Grund- Takt/Größe, mit welcher das Board den RAM erst einmal >generell startet<, und ist dies unabhängig davon, ob es sich nun um einen 2800MHz oder 3000MHz RAM- Riegel handelt (z.B.Corsair LPX 2800MHz)? Fische da noch etwas im Trüben... Danke
  2. Mike Tamm am 16.9.2015
    Hallo Raffe - Ja und Ja.
    Ja das ist ein vorgegebener Standardtakt. Dies liegt an der JEDEC-Spezifikation zur Zeit der Prozessor-Entwicklung der DDR4-Speichercontroller in den CPUs. Dem entsprechend ist die Begrenzung auf DDR4-2133 kein technisches Limit, sondern nur die JEDEC-Spezifizierte und von Intel garantierte Obergrenze der Taktfrequenzen. Für alle Taktfrequenzen darüber spezifiziert Intel momentan seine Speichercontroller in den CPUs nicht. Das heißt nicht das höhere Taktfrequenzen nicht laufen, sondern nur, dass das System bis zu DDR4-2133 zu 100% Stabil läuft.
    Und Ja, generell startet der PC erst einmal mit DDR4-2133 - seiner spezifizierten Obergrenze. Erst dann kann man im UEFI/BIOS die Speichertakte über die Spezifikations-Grenze anheben.
    Oder in Kurzform :-)
    Ja - DDR4-2133 sind der Standardtakt
    Alle PCs starten erst mal mit dem Standardtakt
    Anschließend kann der Takt angehoben werden
    Eine Sicherheit dass das System stabil läuft, gibt es dann aber nicht.
  3. Raffe am 17.9.2015
    Hallo Mike
    DANKE für die lehrreiche und ausführliche Antwort auf meine Frage. Iss schon ein wenig viele Jahre her, dass ich mich mit Computer und deren Inneleben beschäftigt habe - glaube, das letzte Mal war es 1995/96. Damals erblickten gerade mal die ersten Intel- Pentium Prozessoren das Licht der Computerwelt und ließen alle PC- Herzen schneller schlagen. Wer da einen Pentium 90 sein eigen nennen konnte war schon Hipp.
    Seit jenen Tagen hat eine regelrechte Evolution der Peripherie stattgefunden, allem voran die der CPU und keiner hätte damals je im Traum gedacht, das Wir irgenwann einmal bei Acht, oder gar 12 Kernen im Zweistelligen GHz bereich landen würden - und das Ende ist noch lange, lange nicht in Sicht (sieht positiv aus).
    Das Einzige Problem was Intel bei seinen künftigen Gen- CPUs vielleicht haben könnte wäre der Platz. Immerhin musste die Grafikeinheit auf der neuen Core i7k Haswell Serie zu Gunsten der Mehr-Kern Architektur entfallen (sonst wären es vielleicht nur Fünf geworden *g*).
    Aber die Amis sind ja bekannterweise Weltmeister im bauen von Wolkenkratzern - und was bei denen im Macro -Format funktioniert, klappt bestimmt auch im Nano- Bereich... garantiert! Nun ja, wer eben nicht am Ball der Zeit bleibt, so wie ich, der darf dann halt eben auch wieder mal zum bewährten Nachlesewerk greifen - was ich zur Zeit auch tue... Meine verstaubten Bücher von Anno aber, helfen bei der heutigen Sinngebung für PC recht wenig.
    Einen dieser fetten Kisten möchte ich mir nochmal zusammen bauen, mit allem PIPAPO und leuchten soll er bis die Modd(tt)en kommen - mit WachKühlung, - einer 36cm, bzw., 24cm Bratwasserpfanne, einer 35x8cm großen Pumpen - Röhren - Ausbleichbehälter Kombi mit ca. 750ml Volumen, Tacho, Temp-Sensoren usw. ... Ich habe gerade den eATX Tower im Umbau und werde dort so ziemlich alles entsorgen, was für das Auge keinen Sinn macht und danach neu Aufbauen... Blödsinn mal beiseite, - hätte nie gedacht, das ein High- End PC soviel Arbeit macht (neben meinem Beruf, der wenig Zeit lässt) Tausend Fragen tun sich da auf und Mühseelig bringt sich das Eichhörnchen über den Winter.

    Sorry für meinen Roman, passiert mir mal Ab- und An ungewollt...
  4. Rakuma am 19.1.2016
    Hallo Mike,

    ... RAM Speicher! - oft beschrieben und doch, tun sich immer wieder neue Fragen auf! Die Spezifikationen für RAM Speicher der Hersteller z.B., sagen in meinem Falle aus, dass mein Mainboard 4x4 GB DDR4 RAM einer bestimmten Marke - also mit 4 Slots unterstützt. Ich habe aber acht Slots und würde diese gerne mit einem weiteren identischen RAM- Kit 4x4 GB des selben Herstellers bestücken - also insgesamt mit 8x4 GB! Das Mainboard unterstützt alle Channel Modusarten - Dual - Tripple - und Quad. Vielleicht ist die Bestückung etwas ungewöhnlich, aber eigentlich sollte bei identischer Bauweise der RAM-Riegel auch solch eine Konfiguration möglich sein... oder Nicht?!
  5. Mike Tamm am 20.1.2016
    Hallo Rakuma ,
    ja Theoretisch sollte das möglich sein. Nur schau vorher mal auf die Webseite deines Mainboard-Herstellers und suche dir eine Speicher-Kompatibilitätsliste für dein Mainboard heraus. Es kann evtl. auch sein, dass der Prozessor-Speicherkontroller nur zwei Module in jede Richtung adressieren kann. Wenn du in der Speicher-Kompatibilitätsliste für dein Mainboard ein 8-ter Kit findest, dann kannst du das wie geplant - voll bestücken.
  6. als Gast schreiben
    oder als Benutzeranmelden

Ähnliche Artikel

Kingston mit neuem DDR3-Speicher HyperX Fury
Erster Arbeitsspeicher mit integriertem Turbo10.04.2014
Feuer in Speicherfabrik sorgt für höhere Preise
RAM-Speicher wird teurer18.09.2013
Notebook-RAM mit höherem Takt und weniger Spannung
Hersteller zeigen erste SO-DIMMs mit 1,35 Volt und 1866 MHz26.08.2013
Weiter zu dem Thema
 
Preisvergleich
Technik-Schnäppchen
Top100
Neue Produkte
Hardware
Shops
Service
Über uns
Impressum
Datenschutz
Community
FeedbackDeine E-Mail-Adresse (optional, für Rückantwort notwendig)
Copyright © 1999-2017 Schottenland GmbH • Alle Preise inkl. Mehrwertsteuer
  • Video-Tutorial