Die will doch nur spielen!

Inno3D iChill GTX 980 Ti HerculeZ X3 Airboss Ultra im Test

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Inno3D iChill GTX 980 Ti HerculeZ X3 Airboss Ultra im Test

Von Werk übertaktete Grafikkarten gibt es viele auf dem Markt. Wenn diese dann aber einen mehr als 10 Prozent schnelleren Grafikchip-Takt mitsamt ausgeklügeltem Kühlsystem zu einem verhältnismäßig günstigen Preis bieten, wird es wirklich interessant. So kommt eine topaktuelle Grafikkarte von Inno3D mit dem neuen GTX-980-Ti-Chip in unser Testlabor, die auf den außergewöhnlichen Namen „iChill GTX 980 Ti HerculeZ X3 Airboss Ultra” hört. Der GPU-Takt liegt bei sehr hohen 1152 MHz im Standard- und bei 1241 MHz im Boostmodus. Die Grafikkarte gehört zu den Topmodellen aus dem Hause Inno3D. Diese Position teilt sich die Karte zusammen mit der iChill GTX 980 Ti HerculeZ X4 Airboss Ultra, die lediglich einen zusätzlichen, seitlichen Lüfter mehr verbaut hat. Was die monströse 30-Zentimeter-Karte zu leisten imstande ist und ob die Kühlung überzeugen kann, werden wir in diesem Testbericht aufzeigen.

Unser Dank geht an dieser Stelle an Caseking.de, die uns das Testsample zur Verfügung gestellt haben.

Lieferumfang und technische Daten

Schon die Verpackung wirkt mächtig. Ausgepackt findet man eine in viel Schaumstoff sicher verpackte Grafikkarte. Dazu ein VGA-zu-DVI-Adapter für ältere Monitore, ein PCI-Express-8-Pin-Stromadapter, Anleitungen, ein kleines Inno3D Logo zum Aufkleben, ein Code für die 3D-Mark-Advanced-Edition und als Clou ein gamingtaugliches Stoffmauspad im kleinen Format. Der Lieferumfang kann sich also durchaus sehen lassen.

Technischen Daten

  • Bauhöhe: Drei-Slot-Design
  • Maße: 111 x 300 mm (Breite x Tiefe)
  • GPU: Nvidia Geforce GTX 980 Ti
  • Fertigung: 28 nm
  • GPU-Takt: 1152 MHz (1241 MHz Boost)
  • Shader-Einheiten: 2816
  • Speichergröße: 6 GB DDR5
  • Speicherinterface: 384 Bit
  • Speichertakt: 3,6 GHz (7200 MHz effektiv)
  • Steckplatz: PCI-Express-x16 (PCIe/PCIe 2.x/PCIe 3.0)
  • Anschlüsse: 3 x DisplayPort 1.2, 1 x HDMI 2.0, 1 x DVI-I (Dual-Link)
  • Stromversorgung: 1 x 6 Pin + 1 x 8 Pin
Inno3D iChill GTX 980 Ti X3 Airboss
Geforce GTX 980 Ti
Geforce GTX Titan X
Geforce GTX 980
Shader-Einheiten 2816 2816 3072 2048
GPU-Takt (Boost) 1152 (1241) MHz 1000 (1075) MHz 1008 (1075) MHz 1126 (1216) MHz
Speichergröße 6 GB DDR5 6 GB DDR5 12 GB DDR5 4 GB DDR5
Speichertakt 3,6 GHz 3,5 GHz 3,5 GHz 3,5 GHz
Speicherinterface 384 Bit 384 Bit 384 Bit 256 Bit
Speicherbandbreite 342 GB/s 336 GB/s 336 GB/s 224 GB/s
Verbrauch 280 Watt 250 Watt 250 Watt 165 Watt
Stromversorgung 1 x 6 Pin + 1 x 8 Pin 1 x 6 Pin + 1 x 8 Pin 1 x 6 Pin + 1 x 8 Pin 2 x 6 Pin
Preis ab 699 Euro ab 669 Euro ab 995 Euro ab 479 Euro

Im direkten Vergleich sieht man, dass der GTX-980-Ti-Grafikchip von der Titan X abstammt - genauer vom Maxwell-GM200 -, wobei lediglich die Shader-Einheiten reduziert und die Speichergröße halbiert wurden. Die GTX 980 hat in allen Bereichen, zumindest was die nackten Werte betrifft, klar das Nachsehen. Sie ist aber mittlerweile mit einem Kaufpreis von 480 Euro in durchaus bezahlbaren Gefilden unterwegs. Unser Proband kostet derzeit rund 700 Euro und ist damit fast 300 Euro günstiger als die aktuell günstigste Titan X im Preisvergleich und etwa 30 Euro teurer als das GTX-980-Ti-Referenzmodell mit Standard-Kühler. Der deutlich höhere Grund- und Boosttakt wirkt sich jedoch auf den maximalen Stromverbrauch aus: Anstatt der 250 Watt sind hier 280 Watt angegeben.

Ersteindruck

Die iChill GTX 980 Ti HerculeZ X3 Airboss Ultra macht ihrem langen Namen alle Ehre: Sie ist lang, zudem schwer und einfach groß. Mit satten 30 Zentimetern Länge und einer Bauhöhe von drei Slots, sollte man sich vor dem Kauf vergewissern, ob diese Riesenkarte auch problemlos ins Gehäuse passt. Der brachiale HerculeZ-Kühler, der bereits bei vielen anderen Vorgängern zum Einsatz kam, setzt auf drei große Lüfter und einer stabilisierenden iChill-Backplate, die gleichzeitig die Rückseite passiv kühlt.

Das Grundprinzip des Kühlers basiert auf einer einfachen und bewährten Technik: Die Wärme wird mittels Heatpipes vom Grafikchip zu den Aluminium-Lamellen geleitet, wo diese dann durch die Lüfter abgekühlt werden. Dank Semipassiv-Modus laufen die Lüfter übrigens in 2D-Anwendungen erst ab 50°C an. Darunter herrscht absolute Stille und es weht kein einziges Lüftchen.
Trotz höherem Stromverbrauch im Vergleich zum Referenzmodell, reichen der Inno3D-Karte ein 6- und ein 8-Pin-PCIe-Stromanschluss.

Bei den Anschlüssen können die Käufer zwischen DVI-I (Dual-Link), HDMI 2.0 und DisplayPort wählen. Letzterer steht sogar gleich in dreifacher Ausführung bereit. Dank dieser modernen Anschlüsse ist die Übertragung von 4k-Auflösungen bei 60 Hz gesichert.
Rechts die Rückansicht des HerculeZ-Kühlers mit den drei auslaufenden Heatpipes und der iChill-Backplate. Besonders schön ist übrigens, dass Inno3D für den Kühler durchweg auf Metall als Material setzt. Billiges Plastik sucht man zum Glück vergebens.

Benchmarks

Die Inno3D iChill GTX 980 Ti X3 Airboss Ultra wird in fünf verschiedenen synthetischen Benchmarks getestet. Dazu gehören die gängigen Benchmarks von Futuremark (3D Mark 11, 3D Mark Vantage und 3D Mark Fire Strike) und die Benchmarks Unigine Valley 1.0 und Unigine Heaven 4.0. Bei den ersten drei haben wir den Benchmark in den Standardeinstellungen genutzt, die beiden Unigine-Benchmarks im Extreme-Modus bei FullHD-Auflösung.

Als Treiber kam der Geforce-Treiber in der Version 353.62 zum Einsatz.

Unser Testsystem

Futuremark entwickelt bereits seit Jahren 3D-Benchmarks, die aktuelle Grafikkarten bis aufs Letzte fordern. Der 3D Mark 11 setzt dabei besonders auf DirectX-11-Bechmarks, wobei dann auch Tesselation, Depth of Field, Volumetric Lighting und Direct Compute zum Einsatz kommen.

Die Vorgängerversion des 3D Mark 11 setzte als erster Benchmark auf DirectX-10-Effekte. Auch hier kommen aktuelle High-End-Systeme noch ins Schwitzen. Der in die Tage gekommene Benchmark ermöglicht zudem eine sehr gute Vergleichbarkeit zu älteren Systemen.

Der 3D Mark Fire Strike ist der aktuelleste Benchmark aus dem Hause Futuremark und ist speziell für High-End-Systeme konzipiert. Sowohl Physik- als auch Grafiktests lasten GPU und CPU aus und erfassen so eine aussagekräftige Gesamtleistung des PCs.

Unigine Valley ist der neueste Sproß der Unigine-Benchmarkserie und verlangt aktuellen System alles ab. Weite Landschaften, detaillierte Vegetationen und realistische Wetterbedingungen fordern die GPU aufs Äußerste.

Der Unigine Heaven Benchmark in der Version 4.0 testet unter anderem die Tesselation-Leistung von Grafikkarten. Physikalisch korrekte Berechnungen und dynamische Lichteffekte sorgen für einen aussagekräftigen Test.

Einsame Spitze! So kann man kurz und knapp die Ergebnisse der Benchmarks zusammenfassen. Unsere beiden GTX-970er-Vergleichsmodelle haben nicht den Hauch einer Chance an die GTX 980 Ti heranzukommen. Speziell in höchsten Einstellungen kann die Karte seine Stärken ausspielen. Dies wird nicht nur allein dem sechs Gigabyte großem Speicher zu verdanken sein, sondern auch dem wirklich potenten Grafikchip.

Die Inno3D iChill GTX 980 Ti im Betrieb

Der Einbau der großen Inno3D iChill GTX 980 Ti ging schnell von der Hand. Hier macht sich ein geräumiges Gehäuse wie das Define R4 von Fractal Design echt bezahlt. Schnell noch die beiden Stromanschlüsse mit dem Netzteil verbinden und es kann losgehen. Ein erster Blick in die genauen Spezifikationen des Probanden mittels GPU-Z zeigt, dass die versprochenen Werte eingehalten werden.

Direkt nach dem Einschalten, von vielen anderen Karten gewohnt, erwarten wir ein lautes Aufrauschen der Lüfter. Doch nichts da! Die Lüfter zucken nur kurz. Im Windows kommen die Lüfter ebenfalls nicht in Schwung - der Semipassiv-Kühlung sei dank. Trotz der äußeren Witterungsbedingungen und einer Zimmertemperatur von knapp 30° bleiben die Umdrehungszahlen der drei Lüfter bei 0. Folglich ist der Betrieb in Windows lautlos. Erst in Spielen und in den Benchmarks fangen die Lüfter mit ihrer Arbeit an. Dies geschieht, sobald die Temperatur des Grafikchips über die 50-Grad-Grenze steigt. Doch selbst dann nur sehr moderat und fast lautlos. Unter Furmark, der die Grafikkarte zu 100% auslastet, haben wir eine Maximaltemperatur von 76° erreicht - ein sehr guter Wert. Mehr als ein leichtes Rauschen ist selbst dann den Lüftern nicht zu entlocken. In Punkto Lautstärke und Kühlung kann das HerculeZ-Kühlkonzept von Inno3D also vollends überzeugen.

Thema Spulenfiepen: Ja, auch die iChill-Variante der GTX 980 Ti hat es. Jedoch sehr leise und auch nur bei bestimmten Situationen, wie beispielsweise der Ladebildschirm in einem 3D Mark Benchmark - wohlgemerkt bei offenem Gehäuse. Von störend kann also keinesfalls die Rede sein.

Fazit

INNO3D iChill GeForce GTX 980 Ti Airboss X3 Ultra (C98T3-1SDN-N5HNX) Leise, rasant und kühl. Was will man mehr bei einer Grafikkarte? Klar, der Kaufpreis von rund 700 Euro ist schon sehr happig. Aber dafür bekommt man mit der Inno3D iChill GTX 980 Ti HerculeZ X3 Airboss Ultra eben ein High-End-Produkt unter den Single-Grafikkarten. Der hervorragende HerculeZ-Kühler konnte die GTX-980-Ti in jeder Situation problemlos bändigen, ist dank Semipassiv-Modus unter Windows sogar bis 50° C lautlos unterwegs und unter Last kaum zu hören. Hinzu kommt der im direkten Vergleich zu den anderen GTX-980-Ti-Modellen relativ günstige Preis für eine solch hohe Übertaktung - lediglich 30 Euro Aufpreis zum Referenzmodell mit Standardkühler. Aufpassen sollte man allerdings aufgrund der enormen Größe mit 30 cm Länge und einer Höhe von drei Slots, dass die Grafikkarte auch ins Gehäuse passt.

Der Hardwareschotte sagt: „Wer über das nötige Kleingeld und ausreichend Platz im Gehäuse verfügt, der macht mit dem Inno3D-Topmodell sicherlich nichts falsch. Belohnt wird der Käufer mit einem überzeugendem und vor allem leisen Kühler und einem enorm schnellen Grafikchip. Dafür gibt es unseren Hardwareschotte-Award!”

VorteileNachteile
  • gelungenes Kühlkonzept
  • sehr leiser Betrieb
  • gute Verarbeitung
  • hochwertige Materialien
  • hohe Übertaktung ab Werk
  • enorme Leistung
  • Kartenlänge von 30 cm
  • benötigt drei Einbauslots
  • Anschaffungspreis

Würdet ihr knapp 700 Euro für eine Grafikkarte ausgeben?

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